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Vergleich

Blaulichtfilter-Brille zum Schlafen: fünf Abendbrillen gegen die Norm

Filterbereich, Lichttransmission, Kurve, Messung, Straßenverkehr: fünf orange und rote Brillen gegen einen Maßstab aus Norm und Fachvortrag. Keine besteht alle fünf.

Veröffentlicht
2026-10-31
Zuletzt geändert
geändert 2026-10-31
Zuletzt geprüft
geprüft 2026-10-31
Fünf Brillen mit stark getönten Gläsern für den Abend, Angaben der Hersteller und Händler vom 31.10.2026. Eine leere Angabe heißt, dass der Anbieter dazu nichts veröffentlicht.
MerkmalUnsere EmpfehlungPRiSMA FREiBURG PRO99MittelklasseHorus X Omega Focus RecoveryPremiumGunnar Intercept, Tönung Amber MaxMittelklasseLichtblock Riga SleepPremiumSKINVITY Red Filter GlassesPremium
GlasfarbebernsteinrotAmber Max (dunkles Bernstein)Sleep-Glas, Farbe nicht benanntrot, Pigment im CR39
Filterbereich99,9 % bis 500 nm, 80 % bis 550 nm380 bis 520 nm, 99,56 % und 100 % auf derselben Seite98 % bei 450 nm, ein einzelner Punkt100 % bis 500 nm99,93 % 380 bis 490 nm, 99,9 % 500 bis 570 nm
Kurve oder Messungkeine Kurve; eigene Messverfahren ohne Einzelheitenkeinepatentierte Kurve erwähnt, nicht gezeigtGrafik ohne AchsenbeschriftungLabor Micro-Light Optics, 10-nm-Schritte; Messreihe nicht veröffentlicht
Lichttransmissionüber 60 %, Filterkategorie 129 % (VLT)nicht angegebennicht angegebennicht angegeben; unter 1 % von 400 bis 580 nm
FassungTR90, Vollrand, 140 mmMaße nicht angegebenNylon, rechteckig, 137 mm, 33 gMetall, eckig, 138 mm, 24 gCelluloseacetat, unisex, 34 g
Seitenschutzneinabnehmbare Seitenblendenneinneinnein
Straßenverkehr und Kennzeichnungnicht für den Straßenverkehr; UV 400kein Hinweis zum Straßenverkehr; nicht für Bildschirmarbeitkein Hinweis zum Straßenverkehrnicht für den Straßenverkehr; UV 400weder Sonnenbrille noch zum Autofahren
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Was eine Norm von einer Filterangabe verlangt

Für Brillengläser gibt es eine Norm, die regelt, wie man ihre Lichtdurchlässigkeit beschreibt. Sie heißt DIN EN ISO 8980-3, die aktuelle Ausgabe stammt vom Oktober 2022. Schon ihr Inhaltsverzeichnis zeigt, worauf es ankommt: Tönungen werden in Kategorien eingeteilt, für die Lichttransmission gibt es Toleranzen, für Gläser im Straßenverkehr eigene Anforderungen, ausdrücklich auch für das Fahren in der Dämmerung und bei Nacht. Ein normativer Anhang regelt, wie die Durchlässigkeit für UV und für blaues Licht berechnet wird.

Für die Brillen auf dieser Seite folgt daraus ein Maßstab. Eine belastbare Angabe zur Filterwirkung nennt den Wellenlängenbereich, für den sie gilt, die Lichttransmission, den Anteil des sichtbaren Lichts, der insgesamt durchkommt, und sagt, ob das Glas im Straßenverkehr getragen werden darf. Der Rechenweg ist genormt; man muss ihn nicht erraten.

Ein Fachvortrag an der Fielmann Akademie von 2019 ergänzt einen vierten Punkt. Bezeichnungen wie „Grün 75 %" oder Kurznamen ließen manche Eigenschaften eines Filterglases nicht erkennen, heißt es dort; um sie einschätzen zu können, sei die Transmissionskurve unumgänglich. Für jede Wellenlänge zeigt die Kurve, wie viel Licht das Glas durchlässt. Erst mit ihr sieht man, wo ein Filter beginnt und wo er aufhört.

Diese Seite hält fünf Brillen für den Abend gegen genau diesen Maßstab: orange, bernsteinfarbene und rote Gläser, die nach Angaben der Hersteller beim Einschlafen helfen sollen. Gesucht wurde nicht die größte Prozentzahl, sondern die Angabe, die sich am ehesten nachprüfen lässt.

Welche Wellenlängen der Schlaf überhaupt bemerkt

Der Schlaf hängt nicht am ganzen Blau gleichermaßen. Im selben Fachvortrag beschreibt der Leiter Wissenschaft der Fielmann Akademie spezialisierte Ganglienzellen der Netzhaut, die durch blaues Licht vor allem im Bereich von 440 bis 480 Nanometern angeregt werden. Sie schwächen die Bildung von Melatonin, dem Hormon, das den Schlaf vorbereitet.

Für eine Schlafbrille heißt das: Ihr Filter muss mindestens bis 480 Nanometer reichen, sonst lässt er gerade den Teil durch, auf den es ankommt. Eine Angabe, die bei 450 endet, mag für andere Zwecke sinnvoll sein; für den Abend sagt sie zu wenig. Mehrere Anbieter im Feld gehen deshalb weiter, bis 500, 520 oder 570 Nanometer, in den Bereich, der schon grünlich wirkt.

Derselbe Vortrag weist auf die Kehrseite hin. Würde ein Filterglas blaues Licht vollständig zurückhalten, schützte das zwar die Netzhaut, störte aber den Tag-Nacht-Rhythmus. Was am Abend erwünscht sein kann, ist am Tag ein Nachteil. Eine Schlafbrille ist deshalb eine Brille für wenige Stunden, keine für den ganzen Tag.

Welche Filterangaben bei klaren Brillen für den Tag üblich sind und warum sie sich kaum vergleichen lassen, zeigt unser Abgleich klarer Blaulichtbrillen für den Bildschirmtag. Dort enden die meisten Bereiche bei 450 Nanometern, hier beginnt der eigentliche Vergleich erst danach.

Fünf Prüfsteine für jede Schlafbrille

Aus Norm, Fachvortrag und Wirkbereich ergeben sich fünf Fragen, die jede Brille dieser Seite beantworten muss. Sie stammen nicht aus einem Prüfprogramm eines Instituts, sondern sind unser Raster, um Herstellerangaben vergleichbar zu machen.

  1. Reicht der Filterbereich bis mindestens 480 Nanometer? Sonst bleibt der wirksamste Teil des Spektrums offen.
  2. Wird die Lichttransmission genannt? Sie entscheidet, wie dunkel die Welt durch die Brille wirkt und in welche Kategorie das Glas fällt.
  3. Gibt es eine Transmissionskurve? Ohne sie bleibt offen, wie der Filter zwischen den genannten Grenzen verläuft.
  4. Ist die Messung benannt? Ein Labor, ein Verfahren, eine Schrittweite.
  5. Steht etwas zum Straßenverkehr da? Ein stark getöntes Glas gehört nicht ans Steuer, und das sollte auf der Produktseite stehen.

Ein sechster Punkt ist keine Frage der Angabe, sondern der Bauart: der Seitenschutz. Licht, das an der Brille vorbei von der Seite ins Auge fällt, wird nicht gefiltert. Wir haben ihn bei jeder Brille mit erfasst, aber nicht als Prüfstein gezählt.

Das Ergebnis: Keine Brille besteht alle fünf

Keine der fünf Brillen erfüllt alle Prüfsteine. Zwei nennen eine Lichttransmission, PRiSMA mit über 60 Prozent und Horus X mit 29 Prozent. Eine zeigt eine Kurve, Lichtblock, allerdings ohne Achsenbeschriftung. Eine nennt ein Labor mit Namen, SKINVITY. Drei schließen den Straßenverkehr ausdrücklich aus.

Am wenigsten gibt ausgerechnet die Brille an, die ein Hersteller ausdrücklich für den Schlaf empfiehlt: Gunnar nennt für sein Glas Amber Max einen einzigen Wert bei 450 Nanometern. Das liegt am unteren Rand des Bereichs von 440 bis 480, in dem die schlafsteuernden Zellen am empfindlichsten sind. Was zwischen 460 und 500 Nanometern passiert, lässt die Angabe offen.

Fünf Schlafbrillen gegen fünf Prüfsteine, nach Hersteller- und Händlerangaben vom 31.10.2026. „Ja" heißt: auf der Produktseite angegeben, nicht nachgemessen.
Brillebis 480 nmTransmissionKurveMessung benanntStraßenverkehr
PRiSMA PRO99ja, bis 500 und 550 nmüber 60 %neineigene Verfahren, ohne Einzelheitenausgeschlossen
Horus X Omega Focus Recoveryja, bis 520 nm29 %neinneinkein Hinweis
Gunnar Amber Maxnein, Punkt bei 450 nmneinneinneinkein Hinweis
Lichtblock Riga Sleepja, bis 500 nmneinGrafik ohne Achsenneinausgeschlossen
SKINVITY Red Filter Glassesja, bis 570 nmneinneinLabor und Schrittweite genanntausgeschlossen

Auffällig ist zweierlei. Nur zwei der fünf nennen die Lichttransmission, die die Norm für jedes getönte Glas vorsieht, obwohl sie laut Fachvortrag herstellerseitig ohnehin berechnet wird. Und eine Kurve, das wichtigste Werkzeug zum Vergleich, veröffentlicht keiner so, dass man sie lesen könnte.

PRiSMA FREiBURG PRO99

Mittelklasse

Bernsteinfarbene Brille aus Weilheim, deren Filter nach Herstellerangabe bis weit ins Grün reicht und deren Lichttransmission auf der Seite steht.

Bernsteinfarbene Brille aus Weilheim, deren Filter nach Herstellerangabe bis weit ins Grün reicht und deren Lichttransmission auf der Seite steht.

Glasfarbe
bernstein
Filterbereich
99,9 % bis 500 nm, 80 % bis 550 nm
Kurve oder Messung
keine Kurve; eigene Messverfahren ohne Einzelheiten
Lichttransmission
über 60 %, Filterkategorie 1
Fassung
TR90, Vollrand, 140 mm
Seitenschutz
nein
Straßenverkehr und Kennzeichnung
nicht für den Straßenverkehr; UV 400

Dafür

  • Filter reicht bis 550 nm
  • Lichttransmission und Kategorie angegeben
  • Straßenverkehr ausdrücklich ausgeschlossen
  • Hellste Brille im Feld, gut zum Lesen

Dagegen

  • Keine Kurve, kein Messbericht
  • Drei verschiedene Zahlen für denselben Filter
  • Kein Seitenschutz
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PRiSMA FREiBURG PRO99: Bernstein bis 550 Nanometer

Der PRO99 ist die stärkste Stufe der Blaulichtfilter von PRiSMA. Auf der Produktseite der FREiBURG steht er mit einem maximalen Blaulichtschutz von 99,9 Prozent bis 500 Nanometer und 80 Prozent im blaugrünen Bereich bis 550 Nanometer. Damit reicht er über den Bereich hinaus, in dem die schlafsteuernden Zellen am empfindlichsten sind. Den ersten Prüfstein besteht er klar.

Auch den zweiten. PRiSMA nennt eine Lichttransmission von über 60 Prozent und weist das Glas als Filterkategorie 1 aus. Das ist für ein Abendglas viel Licht: Man sieht mit der Brille noch gut, Farben verschieben sich aber deutlich. PRiSMA schreibt selbst, die Farberkennung sei beim PRO nicht optimal und die Eingewöhnung dauere länger.

Eine Kurve zum Herunterladen gibt es nicht. Was PRiSMA auf seiner Website zeigt, sind gemessene Bildschirmspektren, einmal frei und einmal hinter einer Filterbrille; die Durchlässigkeit des Glases selbst über alle Wellenlängen fehlt. Zur Messung schreibt der Hersteller von eigenen Mess- und Kontrollverfahren, ohne Labor oder Methode zu nennen.

Beim Straßenverkehr ist PRiSMA eindeutig: Laut Sicherheitshinweis gehört die Brille weder in den Verkehr noch vor starke Lichtquellen, und vor Stößen schützt sie auch nicht. Einen Seitenschutz hat die FREiBURG nicht; sie ist eine gewöhnliche Vollrandbrille aus TR90, 140 Millimeter breit, mit Gläsern von 55 mal 35 Millimetern und UV-Schutz bis 400 Nanometer.

PRiSMA bewirbt die Brille für den Abend und guten Schlaf und schreibt, sie schütze Netzhaut und Blaulichtrezeptoren, um Schlafmangel vorzubeugen. Die Netzhaut ist ein anderes Thema als der Schlaf, und ob Bildschirme ihr unter üblichen Bedingungen schaden, hält der Fachvortrag der Fielmann Akademie für ungeklärt. Für den Abend bleibt die Filterangabe trotzdem die vollständigste im Feld.

Horus X Omega Focus Recovery

Premium

Rote Abendbrille mit abnehmbaren Seitenblenden, deren Filter nach Herstellerangabe bis 520 Nanometer reicht.

Rote Abendbrille mit abnehmbaren Seitenblenden, deren Filter nach Herstellerangabe bis 520 Nanometer reicht.

Glasfarbe
rot
Filterbereich
380 bis 520 nm, 99,56 % und 100 % auf derselben Seite
Kurve oder Messung
keine
Lichttransmission
29 % (VLT)
Fassung
Maße nicht angegeben
Seitenschutz
abnehmbare Seitenblenden
Straßenverkehr und Kennzeichnung
kein Hinweis zum Straßenverkehr; nicht für Bildschirmarbeit

Dafür

  • Einzige Brille mit Seitenschutz
  • Filter bis 520 nm, Transmission angegeben
  • Lebenslange Garantie
  • Tragezeit genannt: 1 bis 2 Stunden vor dem Schlafen

Dagegen

  • Zwei verschiedene Prozentwerte
  • Kein Hinweis zum Straßenverkehr
  • Maße und Gewicht nicht angegeben
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Horus X Omega Focus Recovery: Rot mit Seitenblenden

Horus X nennt seine roten Gläser RECOVERY und verkauft sie in drei Fassungen. Seitenblenden hat die Omega Focus Recovery, die sich abnehmen lassen und laut Hersteller auch seitlich einfallendes Licht abhalten. Damit ist sie die einzige Brille im Feld mit Seitenschutz.

Den Filterbereich gibt Horus X mit 380 bis 520 Nanometern an, also weit über 480 hinaus. Auch zur Helligkeit äußert sich Horus X: Die VLT, also die Lichttransmission, betrage 29 Prozent. Das ist deutlich dunkler als bei PRiSMA und für ein rotes Glas plausibel. Zwei der fünf Prüfsteine sind damit erfüllt.

Bei der Prozentzahl wird es unscharf. In der Beschreibung ist von 99,56 Prozent die Rede im Bereich 380 bis 520 Nanometer, ein paar Absätze weiter unten auf derselben Seite heißt es, die Technologie neutralisiere 100 Prozent dieser Wellenlängen. Beides kann nicht zugleich stimmen. Eine Kurve oder einen Messbericht, der die Frage klären würde, zeigt die Seite nicht.

Zum Straßenverkehr steht auf der Produktseite nichts. Dafür warnt Horus X, die Brille sei nicht für Bildschirme oder Gaming geeignet, weil sie die Farben stark verändere, und das sei beabsichtigt. Getragen werden soll sie ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen.

Im Paket liegen ein Mikrofaser-Etui und ein Tuch, Horus X gibt eine lebenslange Garantie. Maße und Gewicht stehen nicht auf der Produktseite. Wer viel Licht von der Seite hat, etwa von einer Stehlampe neben dem Sofa, bekommt mit dieser Brille die gründlichste Lösung im Feld.

Gunnar Intercept, Tönung Amber Max

Mittelklasse

Breite Nylonbrille mit dem stärksten Gunnar-Glas, das der Hersteller für Schlaf und Migräne empfiehlt, beschrieben mit einem einzigen Messpunkt.

Breite Nylonbrille mit dem stärksten Gunnar-Glas, das der Hersteller für Schlaf und Migräne empfiehlt, beschrieben mit einem einzigen Messpunkt.

Glasfarbe
Amber Max (dunkles Bernstein)
Filterbereich
98 % bei 450 nm, ein einzelner Punkt
Kurve oder Messung
patentierte Kurve erwähnt, nicht gezeigt
Lichttransmission
nicht angegeben
Fassung
Nylon, rechteckig, 137 mm, 33 g
Seitenschutz
nein
Straßenverkehr und Kennzeichnung
kein Hinweis zum Straßenverkehr

Dafür

  • Große Gläser decken viel Gesichtsfeld ab
  • Fassung auch mit Sehstärke
  • Beidseitig entspiegelt

Dagegen

  • Nur ein Wert bei 450 nm
  • Keine Lichttransmission, keine Kurve
  • Kein Hinweis zum Straßenverkehr
  • Nur zwölf Monate Garantie
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Gunnar Amber Max: das Schlafglas mit einem einzigen Messpunkt

Amber Max ist die dunkelste Tönung, die Gunnar für Bildschirmbrillen anbietet. Der Hersteller beschreibt sie als Glas für extreme Lichtempfindlichkeit und zur Steuerung des Schlafs und nennt als Einsatz besseren Schlaf, Umgang mit Migräne und die Zeit nach einer Gehirnerschütterung. Gunnar beziffert die Filterwirkung bei 450 Nanometern auf 98 Prozent.

Gegen die Prüfsteine gehalten, ist das wenig. Der Wert gilt an einer Stelle des Spektrums, die für den Schlaf nur am Rand eine Rolle spielt. Über 460, 480 oder 500 Nanometer sagt er nichts. Eine Lichttransmission nennt Gunnar nicht, eine Kurve zeigt die Produktseite nicht, ein Labor steht nicht dabei, und zum Straßenverkehr findet sich kein Hinweis.

Auf seiner Fragen-und-Antworten-Seite schreibt Gunnar zwar, seine Tönungen beruhten auf einer vor mehr als zwei Jahrzehnten patentierten Transmissionskurve. Gezeigt wird diese Kurve nicht. Wer sie sehen will, muss beim Hersteller fragen.

Als Fassung dient die Intercept: Nylon, rechteckig, 137 Millimeter breit, 33 Gramm schwer, mit großen Gläsern, 58 Millimeter breit und 43 hoch. Seitenschutz gibt es nicht, aber die großen Gläser decken mehr Gesichtsfeld ab als schmale Fassungen. Gunnar gibt zwölf Monate Garantie und legt einen Mikrofaserbeutel bei.

Auf dieser Seite steht die Amber Max, weil sie zeigt, wie wenig eine große Zahl sagt, wenn sie an der falschen Stelle gemessen wird. 98 Prozent klingen nach Abendbrille; ob das Glas bei 480 Nanometern ebenso viel zurückhält, bleibt offen.

Lichtblock Riga Sleep

Premium

Metallbrille mit Schlafgläsern bis 500 Nanometer und einer Grafik, die einer Transmissionskurve am nächsten kommt.

Metallbrille mit Schlafgläsern bis 500 Nanometer und einer Grafik, die einer Transmissionskurve am nächsten kommt.

Glasfarbe
Sleep-Glas, Farbe nicht benannt
Filterbereich
100 % bis 500 nm
Kurve oder Messung
Grafik ohne Achsenbeschriftung
Lichttransmission
nicht angegeben
Fassung
Metall, eckig, 138 mm, 24 g
Seitenschutz
nein
Straßenverkehr und Kennzeichnung
nicht für den Straßenverkehr; UV 400

Dafür

  • Filter bis 500 nm
  • Einzige Grafik im Feld
  • Straßenverkehr ausdrücklich ausgeschlossen
  • Leicht: 24 g, Etui und Tuch

Dagegen

  • Grafik ohne Achsenbeschriftung und Erklärung
  • Keine Lichttransmission
  • Kein Seitenschutz
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Lichtblock Riga Sleep: eine Kurve ohne Achsen

Lichtblock, eine GmbH, verkauft seine Brillen in Serien; die Sleep-Serie ist laut Hersteller für die Stunden nach Sonnenuntergang gedacht. Nach Herstellerangabe blockt die Riga Sleep 100 Prozent des blauen Lichts bis 500 Nanometer. Den ersten Prüfstein besteht sie.

Interessanter ist die Grafik auf der Produktseite. In einer kleinen Übersicht steht neben „Schutz bis 500 nm" das Wort „Graph", dazu ein Bild: eine Kurve, die von 380 bis etwa 500 Nanometer bei null liegt, ab etwa 510 steil ansteigt und im Gelb und Rot hoch bleibt, mit mehreren Einbrüchen weiter oben im Spektrum. Das ist die einzige Darstellung im Feld, die einer Transmissionskurve ähnelt.

Lesen lässt sie sich trotzdem nur ungefähr. Zahlen stehen an den Achsen, eine Beschriftung oder Einheit fehlt. Ob die Grafik die Durchlässigkeit des Glases zeigt oder das Spektrum einer Lichtquelle hinter dem Glas, erklärt die Seite nicht. Eine Lichttransmission nennt Lichtblock nicht; die Angabe „max. 30 %" in derselben Übersicht bezieht sich auf klare Blaulichtfilter anderer Anbieter, mit denen Lichtblock sich vergleicht.

Ausdrücklich steht in der Übersicht, dass die Brille nicht für den Straßenverkehr geeignet ist, und dass sie einen UV-400-Filter hat.

Der Vergleich mit den Klarglasbrillen anderer Anbieter, den Lichtblock in derselben Übersicht zieht, ist eine Werbeaussage über die Konkurrenz: „max. 30 %" Filterleistung für transparente Blaulichtfilter. Welche Gläser gemeint sind und wie gemessen wurde, steht nicht dabei. Gefasst sind die Gläser in eine eckige Vollrandbrille aus Metall in Gold, 138 Millimeter breit, mit Gläsern von 54 mal 45 Millimetern, Steg 18 und Bügeln von 140 Millimetern, 24 Gramm schwer. Etui und Putztuch liegen bei, Lichtblock bietet 30 Tage Geld zurück. Seitenschutz hat sie nicht.

Wie bei fast allen Anbietern verspricht der Text mehr, als die Angaben tragen: schnelleres Einschlafen, tieferen Schlaf, mehr Regeneration. Belege dafür nennt die Seite nicht.

SKINVITY Red Filter Glasses

Premium

Rote Acetatbrille mit eingefärbten Gläsern, deren Filterwerte ein namentlich genanntes Labor in 10-Nanometer-Schritten gemessen haben soll.

Rote Acetatbrille mit eingefärbten Gläsern, deren Filterwerte ein namentlich genanntes Labor in 10-Nanometer-Schritten gemessen haben soll.

Glasfarbe
rot, Pigment im CR39
Filterbereich
99,93 % 380 bis 490 nm, 99,9 % 500 bis 570 nm
Kurve oder Messung
Labor Micro-Light Optics, 10-nm-Schritte; Messreihe nicht veröffentlicht
Lichttransmission
nicht angegeben; unter 1 % von 400 bis 580 nm
Fassung
Celluloseacetat, unisex, 34 g
Seitenschutz
nein
Straßenverkehr und Kennzeichnung
weder Sonnenbrille noch zum Autofahren

Dafür

  • Weitester Filterbereich im Feld
  • Labor und Schrittweite genannt
  • Pigment im Glas statt Beschichtung

Dagegen

  • Messreihe nicht veröffentlicht
  • Keine Lichttransmission
  • Kein Seitenschutz
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SKINVITY Red Filter Glasses: ein Labor mit Namen

Die Red Filter Glasses von SKINVITY verkauft unter anderem die Versandapotheke medpex. Ihre Filterangabe ist die ausführlichste im Feld: 99,93 Prozent im blauen Bereich von 380 bis 490 Nanometer, 99,9 Prozent des grünen Lichts von 500 bis 570 Nanometer und eine Transmission unter einem Prozent im gesamten Bereich von 400 bis 580 Nanometer.

Dazu kommt, was sonst niemand nennt: ein Labor. Gemessen habe das unabhängige Labor Micro-Light Optics, in Schritten von zehn Nanometern über das ganze Spektrum. Damit besteht die Brille den vierten Prüfstein. Veröffentlicht ist die Messreihe, aus der sich eine Kurve zeichnen ließe, allerdings nicht, und eine Lichttransmission für das ganze sichtbare Licht steht ebenfalls nicht da.

Das rote Pigment steckt nach Angabe im Glasmaterial aus CR39, nicht in einer Beschichtung. Die Filterwirkung soll sich dadurch weder abnutzen noch beim Reinigen verändern. Gefertigt ist die Fassung aus Celluloseacetat von Mazzucchelli, unisex und 34 Gramm schwer.

Eindeutig ist der Hinweis zum Straßenverkehr: Die Brille sei weder Sonnenbrille noch Brille zum Autofahren und verändere bewusst die Farbwahrnehmung. Einen Seitenschutz hat sie nicht. Begründet wird die weite Filterkante in der Produktbeschreibung mit den schlafsteuernden Zellen, deren Empfindlichkeit bis ins Grün reiche.

Bei SKINVITY reicht der Filter am weitesten ins Grün, und als einziger Anbieter nennt die Marke eine Messung. Was fehlt, sind die Kurve und eine Angabe zur gesamten Lichttransmission.

Stärken und Schwächen der fünf Brillen nebeneinander

Was für jede Brille spricht und was dagegen, nach den Angaben vom 31.10.2026.
BrilleSpricht dafürSpricht dagegen
PRiSMA PRO99Filter bis 550 nm, Lichttransmission und Kategorie genannt, Straßenverkehr ausgeschlossenkeine Kurve, keine benannte Messung, kein Seitenschutz, drei Zahlen für einen Filter
Horus X Omega Focus RecoveryFilter bis 520 nm, Transmission 29 %, Seitenblenden, lebenslange Garantie99,56 und 100 % auf derselben Seite, kein Hinweis zum Straßenverkehr, keine Maße
Gunnar Amber Maxgroße Gläser, Fassung auch mit Sehstärkenur ein Wert bei 450 nm, keine Transmission, keine Kurve, kein Verkehrshinweis
Lichtblock Riga SleepFilter bis 500 nm, einzige Grafik im Feld, Straßenverkehr ausgeschlossenGrafik ohne Achsenbeschriftung, keine Transmission, kein Seitenschutz
SKINVITY Red Filter GlassesFilter bis 570 nm, Labor und Schrittweite genannt, Pigment im GlasMessreihe nicht veröffentlicht, keine Transmission, kein Seitenschutz

Die Empfehlung am Ende des Prüfteils

Empfehlung für Lesen und Fernsehen am Abend

PRiSMA FREiBURG PRO99

Mittelklasse

Besteht drei der fünf Prüfsteine: Filter bis 550 Nanometer, Lichttransmission über 60 Prozent mit Filterkategorie und ein klarer Ausschluss des Straßenverkehrs; dazu die hellste der fünf Brillen. Dagegen steht, dass PRiSMA weder Kurve noch Messbericht veröffentlicht und für denselben Filter drei verschiedene Zahlen nennt.

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Die Empfehlung geht an die PRiSMA FREiBURG PRO99. Sie besteht drei der fünf Prüfsteine: Filterbereich bis 550 Nanometer, Lichttransmission mit Kategorie und ein klarer Ausschluss des Straßenverkehrs. Mit über 60 Prozent Lichttransmission ist sie zudem die hellste der fünf, was für Lesen und Fernsehen am Abend zählt.

Dagegen steht, dass auch PRiSMA keine Kurve und keinen Messbericht veröffentlicht und für denselben Filter drei verschiedene Zahlen nennt. Wer Licht von der Seite hat und ein dunkleres Glas möchte, nimmt die Horus X Omega Focus Recovery. Wem eine benannte Messung wichtiger ist als die Lichttransmission, greift zur SKINVITY.

PRiSMA und Gunnar führen über unseren Partnerlink zu Amazon, wo wir bei einem Kauf eine Vergütung bekommen; teurer wird es dadurch nicht. Horus X, Lichtblock und SKINVITY verlinken wir ohne Vergütung auf Hersteller- und Händlershop. Warum das die Reihenfolge nicht beeinflusst, steht in den Hinweisen zu Partnerlinks auf diesem Portal.

Was ein höheres Segment an der Abendbrille ändert

Drei der fünf Brillen liegen im oberen Segment, zwei in der Mittelklasse, keine im Einstieg. Am Glas lässt sich der Unterschied nicht festmachen. Horus X verkauft dieselben RECOVERY-Gläser in drei Fassungen und beschreibt sie jedes Mal mit denselben 99,56 Prozent zwischen 380 und 520 Nanometern: in der ONE.5 Recovery, die in der Mittelklasse liegt, und in den Modellen Alpha Focus und Omega Focus, die im oberen Segment liegen.

Was der Aufpreis bei Horus X bringt, sind die abnehmbaren Seitenblenden. Die ONE.5 hat keine, Alpha und Omega haben welche. Wer abends in einem dunklen Raum sitzt und nur eine Lampe vor sich hat, braucht sie kaum; wer Licht von der Seite hat, bekommt dafür mehr Wirkung als für jede zusätzliche Nachkommastelle beim Filter.

Ähnlich bei PRiSMA. Den Filter PRO99 gibt es in mehreren Fassungen, als Überbrille und als Clip; die FREiBURG ist ein schlichtes Einstiegsmodell der Reihe, wie PRiSMA selbst schreibt. Lichtblock und SKINVITY liegen beide im oberen Segment, unterscheiden sich aber vor allem in der Fassung, Metall gegen Acetat, und darin, was sie zur Messung sagen.

Der Sprung nach oben lohnt sich also nur für eine Fassung, die besser sitzt, oder für Seitenschutz. Ein besserer Filter ist mit dem höheren Segment nicht verbunden, jedenfalls nicht nach den Angaben der Anbieter.

Bernstein, orange, rot: drei Wörter, keine Norm

Wer nach „blaulichtfilter brille orange" oder „rote gläser" sucht, sucht eigentlich nach einer Filterkante: der Wellenlänge, ab der das Glas Licht durchlässt. Farbnamen sind dafür nur ein grober Hinweis. Eine Norm, die festlegt, was „bernstein", „orange" oder „rot" bei einer Schlafbrille heißt, gibt es nicht; der Fachvortrag der Fielmann Akademie warnt gerade davor, sich auf solche Bezeichnungen zu verlassen.

Im Feld dieser Seite ordnen sich die Gläser trotzdem grob nach der Farbe. Die bernsteinfarbenen von PRiSMA filtern nach Angabe fast alles bis 500 Nanometer und noch 80 Prozent bis 550, lassen aber über 60 Prozent des Lichts insgesamt durch. Die roten von Horus X und SKINVITY reichen bis 520 und 570 Nanometer und sind deutlich dunkler, bei Horus X 29 Prozent Transmission. Gunnars Amber Max liegt dem Namen nach dazwischen; wo genau, sagt die Angabe bei 450 Nanometern nicht.

Warum Rot so viel dunkler ist als Bernstein, erklärt der Fachvortrag der Fielmann Akademie mit dem Rechenweg der Lichttransmission. In sie gehen das Tageslichtspektrum, die Hellempfindlichkeit der Zapfen in der Netzhaut und die Durchlässigkeit des Filters für jede Wellenlänge ein. Die Zapfen sind im Grün und Gelb am empfindlichsten. Ein Glas, das Grün zurückhält, nimmt dem Auge also gerade das Licht, das es am hellsten wahrnimmt, und seine Lichttransmission fällt entsprechend: bei Horus X auf 29 Prozent. Ein bernsteinfarbenes Glas, das vor allem Blau zurückhält und Grün durchlässt, bleibt heller; bei PRiSMA über 60 Prozent.

Praktisch heißt das: Je röter das Glas, desto weiter ins Grün reicht der Filter und desto dunkler und farbloser wirkt die Welt. Lesen und Fernsehen gehen mit Bernstein besser, Licht vor dem Schlafen hält Rot gründlicher ab. Welche Kategorien es für die Helligkeit eines Glases gibt, erklärt unser Ratgeber zu den Stufen der Filterkategorie bei Sonnenbrillen; die Einteilung gilt auch hier.

Zwei Zahlen für dasselbe Glas

Zwei Hersteller nennen für dasselbe Glas auf derselben Seite verschiedene Werte. Bei Horus X sind es 99,56 und 100 Prozent für den Bereich von 380 bis 520 Nanometern. Bei PRiSMA stehen für den PRO99 „99,9 % bis 500 nm" in der Beschreibung, „ca. 99 % (380–500 nm)" in den Eigenschaften und 99 im Namen.

Auch über die Zeit wandern die Angaben. Eine PRiSMA-Anleitung von 2014 nennt für das damalige Glas AMBER PRO eine Lichttransmission von etwa 55 Prozent, heute stehen für den PRO99 über 60 Prozent auf der Produktseite. Ob das Glas sich geändert hat oder nur die Darstellung, schreibt PRiSMA nicht.

Für den Kauf sind die Unterschiede klein: 99,56 oder 100 Prozent macht für das Auge keinen merklichen Unterschied. Sie zeigen aber, wie die Zahlen zustande kommen, nämlich eher aus Werbetext als aus einem Prüfprotokoll, das man nachlesen könnte.

Wann aufsetzen und wie lange tragen

Nur ein Hersteller im Feld nennt eine Tragezeit. Horus X empfiehlt, die Omega Focus Recovery ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen aufzusetzen. PRiSMA spricht allgemein von den Abend- und Nachtstunden, Lichtblock von den Stunden nach Sonnenuntergang. Belegt ist keine dieser Empfehlungen mit einer Studie auf den Produktseiten.

Aus dem Fachvortrag der Fielmann Akademie lässt sich eine Grenze in die andere Richtung ableiten: Tagsüber sind die schlafsteuernden Zellen erwünscht aktiv, eine Brille, die ihr Licht abschneidet, gehört dann nicht auf die Nase. Eine Schlafbrille bleibt eine Brille für den Abend.

Uneinig sind sich die Anbieter beim Bildschirm. Horus X schreibt, die RECOVERY-Brillen seien nicht für Bildschirme oder Gaming geeignet, weil sie die Farben stark veränderten. Lichtblock empfiehlt die Riga Sleep dagegen ausdrücklich allen, die abends noch arbeiten oder Serien schauen. PRiSMA bewirbt den PRO99 für lange Bildschirmarbeit und den Abend, nennt aber für das Fernsehen den helleren LiTE-Filter die bessere Wahl, weil die Farberkennung beim PRO nicht optimal sei.

Auflösen lässt sich der Widerspruch über den Zweck. Wer am Abend noch Farben sehen will, beim Film oder beim Spiel, wird mit einem roten Glas nicht froh. Wer nur noch Text liest oder nebenbei fernsieht und das Licht reduzieren möchte, kommt mit Bernstein gut zurecht. Am besten ist für den Schlaf ohnehin, den Bildschirm früher auszuschalten; die Brille ist dann für die Zeit gedacht, in der das nicht geht.

Wer nachts aufsteht, braucht die Brille nicht, wenn das Licht im Flur gedämpft ist. Mit einer Brille von 29 Prozent Lichttransmission durch eine dunkle Wohnung zu gehen, ist eher ein Stolperrisiko als ein Gewinn.

Licht von der Seite und von oben

Eine Brille filtert nur, was durch die Gläser fällt. Licht, das seitlich oder von oben am Rahmen vorbei ins Auge kommt, erreicht die Netzhaut ungefiltert. Horus X begründet seine Seitenblenden damit und schreibt zusätzlich, die untere Netzhaut, die Licht von oben empfange, reagiere besonders empfindlich auf die Unterdrückung von Melatonin. Eine Quelle nennt der Hersteller dafür nicht.

Unabhängig davon ist die Überlegung schlicht: Je kleiner die Gläser und je weiter der Abstand zum Gesicht, desto mehr Licht kommt vorbei. Große Gläser wie bei der Gunnar Intercept decken mehr ab als schmale. Wer in einem hell erleuchteten Raum sitzt, holt mit dem Dimmen der Deckenlampe oft mehr heraus als mit der Wahl zwischen zwei Brillen.

Nicht ins Auto: was zum Straßenverkehr gesagt wird

PRiSMA, Lichtblock und SKINVITY schließen den Straßenverkehr ausdrücklich aus. Horus X und Gunnar sagen auf den Produktseiten nichts dazu. Bei Brillen mit 29 Prozent Lichttransmission oder roten Gläsern ist die Antwort trotzdem klar: Sie gehören nicht ans Steuer.

Der Fachvortrag der Fielmann Akademie erklärt, warum. Für die Straßenverkehrstauglichkeit eines Filters zählt ein Schwächungskoeffizient für Signallichter, der sogenannte Q-Wert; er beschreibt, wie gut farbige Ampeln und Rücklichter durch das Glas erkennbar bleiben. Zwischen 560 und 650 Nanometern darf er für keine Wellenlänge unter das 0,2-Fache der Lichttransmission fallen; für kürzere Wellenlängen, also auch Grün, gelten eigene Werte. Ein Glas, das Grün fast vollständig zurückhält, dürfte sie kaum erfüllen.

Hinzu kommt die Dunkelheit. In der Dämmerung sinkt die Sehschärfe laut demselben Vortrag um bis zu sechs Visusstufen, und jeder Filter schwächt das Licht weiter ab. Eine Abendbrille auf dem Heimweg im Auto ist deshalb keine gute Idee, auch wenn man sich an die Farben gewöhnt hat. Nach Helligkeit eingeteilt werden die Gläser im Überblick über Sonnenbrillen und ihre Gläser.

Hilft eine solche Brille beim Einschlafen?

Die Frage ist berechtigt, und die Antwort ist unbequem. Die Cochrane-Auswertung randomisierter Studien zu Filterbrillen, veröffentlicht 2023, fand bei der Schlafqualität wahrscheinlich keinen Unterschied zu Gläsern ohne Filter. Klein und kurz waren die Studien dazu allerdings. Welche das waren und wie Cochrane sie bewertet, steht ausführlich in der Studienübersicht zu Brillen mit Blaulichtfilter.

Unstrittig ist dagegen, dass helles Licht am Abend den Körper wach hält. Das Gesundheitsportal des Bundes schreibt, wer abends lange bei hellem Licht an Bildschirmen sitze, blockiere die körpereigene Produktion von Melatonin. Daraus folgt aber nicht zwingend eine Brille. Es folgt vor allem: weniger Licht.

Eine rote oder bernsteinfarbene Brille ist eine von mehreren Möglichkeiten, das Licht am Abend zu verringern, und nicht die wichtigste. Wer sie trägt und dabei weiter am hellen Bildschirm sitzt, nimmt nur einen Teil des Lichts weg. Helfen kann die Brille, sich an eine ruhigere Abendroutine zu halten; ersetzen kann sie sie nicht.

Die Abendroutine ohne Brille, Schritt für Schritt

Was gegen zu viel Licht am Abend hilft, steht beim Gesundheitsportal des Bundes in wenigen Sätzen. Als Ablauf für den Abend sieht das so aus:

  1. Am Nachmittag bewegen. Bewegung am Nachmittag wirkt sich laut gesund.bund.de positiv auf das Einschlafen aus; Sport kurz vor dem Zubettgehen kann es erschweren.
  2. Drei bis vier Stunden vor dem Schlafen keine alkohol- oder koffeinhaltigen Getränke mehr. Alkohol macht zunächst müde, führt aber in der zweiten Nachthälfte zu häufigerem Aufwachen.
  3. Am Abend das Licht dimmen und nicht lange bei hellem Licht an Bildschirmen sitzen, lesen oder arbeiten.
  4. Smartphone, Tablet und Laptop nicht erst kurz vor dem Zubettgehen weglegen, den Fernseher rechtzeitig ausschalten.
  5. Das Schlafzimmer vorbereiten: 16 bis 18 Grad, gut gelüftet, zum Schlafen abgedunkelt.
  6. Zur gewohnten Zeit ins Bett gehen und morgens zur gewohnten Zeit aufstehen.
  7. Nach etwa 15 Minuten wach wieder aufstehen und erst zurück ins Bett, wenn man müde ist, ohne ständig auf die Uhr zu sehen.

Eine Brille kommt in diesem Ablauf an der dritten Stelle vor, als Ergänzung: Wer abends noch liest oder fernsieht und das Licht nicht dimmen kann, nimmt mit ihr einen Teil des Lichts weg. Morgens gilt das Gegenteil. Laut gesund.bund.de ist Licht der wichtigste äußere Taktgeber der inneren Uhr, und Morgenlicht hilft beim Wachwerden.

Wem eine Abendbrille wenig nützt

Wer dauerhaft schlecht schläft und darunter leidet, hat womöglich eine Schlafstörung. Das Gesundheitsportal des Bundes rät dann zu ärztlichem Rat. Eine Brille ist dafür kein Ersatz.

Wer abends noch Farben beurteilen muss, beim Bearbeiten von Fotos oder beim Zeichnen am Tablet, kann mit roten Gläsern nicht arbeiten. Für die Arbeit taugt allenfalls ein klares Glas, wie es unser Vergleich der Gaming-Brillen nach Spielsituation für den Fall farbwichtiger Spiele beschreibt; für den Schlaf bringt es wenig.

Brillenträger können keine der fünf ohne Weiteres über die eigene Brille setzen. PRiSMA bietet den Filter auch als Überbrille und Clip an, Gunnar und Horus X führen Brillen mit Sehstärke. Ob die eigenen Werte aktuell sind, prüft der Augenoptiker; was er gegenüber einer Brille von der Stange leistet, steht im Vergleich zwischen Fertiglesebrille und angepasster Brille.

Und wer abends noch fährt, setzt die Brille erst zu Hause auf. Das gilt für alle fünf, auch für die beiden, deren Produktseiten dazu schweigen.

Pigment oder Beschichtung, Etui und Garantie

Ein Filter kann im Glasmaterial stecken oder als Schicht auf der Oberfläche liegen. SKINVITY betont, das rote Pigment sei ins CR39 eingebettet; Kratzer oder Reinigung änderten an der Filterwirkung nichts. Wie der Filter bei den übrigen vier aufgebracht ist, geht aus den Produktseiten nicht eindeutig hervor. PRiSMA spricht von vollentspiegelten Filtergläsern, also zumindest von einer zusätzlichen Schicht.

Für die Pflege gelten die üblichen Regeln, wie sie PRiSMA in einer älteren Anleitung nennt: weiches Tuch oder warmes Wasser, keine Papiertücher. Im Sicherheitshinweis steht außerdem: schonend reinigen und nicht mit den Gläsern nach unten ablegen. Ein Etui liegt bei Horus X, Lichtblock und PRiSMA bei, Gunnar legt nur einen Beutel dazu. Zum Lieferumfang der SKINVITY sagt die Händlerseite nichts.

Bei den Garantien reicht die Spanne von zwölf Monaten bei Gunnar bis lebenslang bei Horus X. Lichtblock nennt 30 Tage Geld zurück, PRiSMA und SKINVITY auf den Produktseiten keine Garantiedauer. Reklamiert wird dort, wo man gekauft hat. Verschleißteile gibt es bei diesen Brillen kaum; am ehesten leiden Scharniere und, bei Horus X, die Halterungen der Seitenblenden.

Vierzehn Abende später: woran man den Fehlkauf erkennt

Nach zwei Wochen zeigt sich, ob die Brille in den Abend passt. Wer sie abends nicht mehr aufsetzt, weil man damit nicht lesen kann oder die Serie farblos wirkt, hat ein zu dunkles Glas gewählt. Dann ist Bernstein mit mehr Lichttransmission die bessere Wahl als Rot, oder der Weg über gedimmtes Licht ohne Brille.

Das zweite Zeichen: Man schläft nicht anders ein als vorher. Das ist nach der Studienlage erwartbar und kein Grund, eine noch dunklere Brille zu kaufen. Wichtiger sind dann die übrigen Schritte der Abendroutine.

Das dritte: Die Brille drückt oder rutscht, weil man sie im Liegen trägt. Brillen sind fürs Sitzen gebaut. Wer abends im Bett liest, kommt mit einer leichten Fassung wie der Lichtblock Riga mit 24 Gramm besser zurecht als mit einer breiten Nylonfassung.

Wann es gar keine Brille braucht

Keine Brille braucht, wer abends das Licht dimmen kann, Bildschirme rechtzeitig weglegt und damit gut schläft. Dann ersetzt die Abendroutine die Brille vollständig, und eine rote Brille nimmt nur Licht weg, das ohnehin nicht da ist.

Ebenso wenig braucht sie, wer am Abend ohnehin keine hellen Lichtquellen um sich hat. Eine Leselampe mit warmem Licht in einem sonst dunklen Raum ist etwas anderes als eine helle Deckenbeleuchtung und mehrere Bildschirme.

Sinnvoll sein kann eine Schlafbrille dort, wo sich das Licht nicht ändern lässt: in einer geteilten Wohnung, in der andere noch Licht brauchen, oder wenn man abends einen Bildschirm nicht vermeiden kann. Dann gehört sie zu den wenigen Brillen, bei denen der Filter tatsächlich das Thema ist. Belegt ist der Nutzen für den Schlaf auch dann nicht; wer sie probiert, sollte die Rückgabefristen kennen.

Sämtliche Werte auf dieser Seite haben Hersteller und Händler veröffentlicht, abgerufen haben wir sie am 31. Oktober 2026, ein eigenes Messgerät kam nicht zum Einsatz. Wie wir solche Angaben einordnen, beschreibt unsere Arbeitsweise bei Hersteller- und Händlerangaben.

Ändert sich später eine Angabe, steht die Berichtigung datiert im Korrekturverzeichnis des Portals.

Verantwortlich ist der Fachbereich, der bei uns Brillen bearbeitet; wer das ist, zeigt die Seite über den Fachbereich Brillen.

Häufige Fragen

Hilft eine Blaulichtfilter-Brille beim Einschlafen?

Belegt ist das nicht: Der Cochrane-Review von 2023 fand bei der Schlafqualität wahrscheinlich keinen Unterschied zu Gläsern ohne Filter. Unstrittig ist, dass helles Licht am Abend die Melatoninbildung hemmt; weniger Licht hilft also, mit oder ohne Brille.

Orange oder rote Gläser: was ist besser zum Schlafen?

Rote Gläser reichen im Feld weiter ins Grün (bis 520 und 570 nm) und sind dunkler, orange und bernsteinfarbene lassen mehr Licht durch und eignen sich besser zum Lesen. Entscheidend ist der Filterbereich: Er sollte mindestens bis 480 Nanometer reichen.

Bis zu welcher Wellenlänge sollte eine Schlafbrille filtern?

Mindestens bis 480 Nanometer. Laut einem Fachvortrag der Fielmann Akademie werden die Netzhautzellen, die die Melatoninbildung schwächen, vor allem im Bereich von 440 bis 480 Nanometern angeregt.

Wie lange vor dem Schlafen sollte man die Brille tragen?

Horus X nennt als einziger Hersteller im Feld eine Zeit: ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen. Eine Studie dazu steht nicht auf der Produktseite. Tagsüber gehört eine solche Brille nicht auf die Nase.

Darf man mit einer roten Brille Auto fahren?

Nein. PRiSMA, Lichtblock und SKINVITY schließen den Straßenverkehr ausdrücklich aus. Stark getönte Gläser erschweren das Erkennen farbiger Signale, und in der Dämmerung sinkt die Sehschärfe ohnehin deutlich.

Was bedeutet Lichttransmission bei einer Schlafbrille?

Der Anteil des sichtbaren Lichts, der insgesamt durch das Glas kommt. Im Feld nennen ihn nur PRiSMA (über 60 Prozent) und Horus X (29 Prozent). Je niedriger der Wert, desto dunkler die Brille.

Braucht eine Schlafbrille Seitenschutz?

Licht von der Seite erreicht das Auge ungefiltert. Im Feld hat nur die Horus X Omega Focus Recovery abnehmbare Seitenblenden. Wirksamer als jeder Seitenschutz ist oft, die Raumbeleuchtung zu dimmen.

Kann man eine rote Brille über der eigenen Brille tragen?

Die fünf Brillen dieser Seite nicht ohne Weiteres. PRiSMA bietet seinen Filter auch als Überbrille und als Clip an; Gunnar und Horus X führen Brillen mit Sehstärke.

Quellen

  1. [1]DIN EN ISO 8980-3:2022-10, Brillengläser — Transmissionsspezifikationen und Prüfverfahren, Inhaltsverzeichnis (DIN)· abgerufen 2026-10-31
  2. [2]Fielmann Akademie, 43. Kolloquium „Filtergläser" (16.01.2019), Tagungsband (PDF)· abgerufen 2026-10-31
  3. [3]PRiSMA, PRO99 FREiBURG: Produktseite mit Filterbereich und Lichttransmission· abgerufen 2026-10-31
  4. [4]Horus X, Omega Focus Recovery: Produktseite mit Filterbereich und VLT· abgerufen 2026-10-31
  5. [5]Gunnar, Intercept: Produktseite mit Tönung Amber Max und Maßen· abgerufen 2026-10-31
  6. [6]Lichtblock, Riga Sleep: Produktseite mit Filterangabe, Grafik und Maßen· abgerufen 2026-10-31
  7. [7]medpex, SKINVITY Red Filter Glasses: Produktseite mit Filterwerten und Labor· abgerufen 2026-10-31
  8. [8]gesund.bund.de, Gut schlafen — im Takt mit der inneren Uhr (Stand 27.03.2023)· abgerufen 2026-10-31

Welche Quellenarten wie gewichtet werden, steht auf Quellen.

Änderungen an diesem Beitrag

  1. 2026-10-31Ersterstellung. Fünf Abendbrillen gegen fünf Prüfsteine aus DIN EN ISO 8980-3 (Gliederung) und einem Fachvortrag der Fielmann Akademie gehalten: Filterbereich, Lichttransmission, Kurve, Messung, Straßenverkehr; Abendroutine nach gesund.bund.de.

Das Veröffentlichungsdatum bleibt bei Korrekturen unverändert. Wie mit Fehlern umgegangen wird, steht auf Korrekturen.