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Ratgeber

Automatikuhr aufziehen: sechs Schritte und was vier Anleitungen sagen

Orient nennt 30 Kronenumdrehungen, Citizen 40 oder 50, Seiko 20 zum Ingangsetzen, Tissot zwei Zahlen. Der Ablauf in sechs Schritten und wo Hersteller sich widersprechen.

Veröffentlicht
2026-10-23
Zuletzt geändert
geändert 2026-10-23
Zuletzt geprüft
geprüft 2026-10-23

Worum es hier geht

Für wen
Für alle, deren Automatikuhr steht oder nur zeitweise am Handgelenk ist.
Beantwortete Frage
Wie viele Kronenumdrehungen braucht sie, in welche Richtung, und was schadet ihr dabei?
Nicht behandelt
Die Einstellung eines Uhrenbewegers, das Stellen des Datums im Einzelnen und Uhren mit reinem Handaufzug.

Wie oft muss man eine Automatikuhr aufziehen?

Die kurze Antwort: Wer eine Automatikuhr täglich trägt, muss sie meist gar nicht aufziehen. Die längere beginnt mit einer Zahl. Wie viele Kronenumdrehungen eine stehende Uhr braucht, steht nicht in Faustregeln, sondern in den Anleitungen der Hersteller, und dort steht sie unterschiedlich.

Orient gibt für sein Kaliber F6T2 etwa 30 Umdrehungen an. Citizen nennt in der Anleitung zu den Kalibern 82** und 41** 40 Umdrehungen, für die Kaliber 83** 50. Tissot nennt auf seiner Webseite 40 bis 80 Umdrehungen bis zu einem spürbaren Widerstand, in seiner Anleitung für mechanische Uhren dagegen rund 30 zum Anlaufen und 80 für den vollen Aufzug. Bei Seiko steht auf der Seite zum Aufziehen der Kaliber 4R35 und 4R36 keine Zahl. Eine andere Seite derselben Anleitung nennt dann doch eine: etwa 20 Umdrehungen, um eine stehende Uhr in Gang zu setzen. Das ist etwas anderes als eine volle Feder, und der Unterschied zählt mehr, als er aussieht.

Wie oft man aufzieht, hängt also an zwei Dingen: wie lange die Uhr liegt und wie viel Gangreserve ihr Werk hat. Eine Uhr, die täglich mehrere Stunden am Handgelenk ist, zieht sich über ihren Rotor selbst auf. Eine Uhr, die zwei Tage in der Schublade lag, steht und braucht eine volle Füllung von Hand. Diese Seite zeigt, wie das in sechs Schritten geht, was die vier Anleitungen dazu sagen, wo sie sich widersprechen, und für welche Uhren der Ablauf nicht gilt. Wo das Aufziehen zwischen Kauf, Werk und Wartung steht, ordnet der Überblick über den Betrieb einer Automatikuhr.

Die Suchvorschläge zu diesem Thema sind dabei ein guter Wegweiser für die Sorgen, die hinter der Frage stehen. „automatikuhr aufziehen überdrehen“, „automatikuhr zu viel aufziehen“, „automatikuhr aufziehen schädlich“, „automatikuhr aufziehen welche richtung“ und „automatikuhr läuft nicht nach aufziehen“ zeigen, dass es weniger um die Technik geht als um die Angst, etwas kaputt zu machen. Die Anleitungen beantworten diese Angst ziemlich eindeutig, mit einer Ausnahme, auf die der Abschnitt über das Schütteln eingeht.

Vier Hersteller, vier Antworten: was die Anleitungen angeben

Grundlage dieser Seite sind die Unterlagen von vier Herstellern, abgerufen am 23. Oktober 2026 auf deren Seiten: die deutsche Bedienungsanleitung von Citizen zu den Kalibern 82**, 83** und 41**, das Online-Handbuch von Orient zum Kaliber F6T2, die Online-Anleitungen von Seiko zu den Kalibern 4R35 und 4R36 und zum Kaliber 6R64, die Bedienungsanleitung von Tissot für mechanische Uhren und die Tissot-Seite „So ziehen Sie Ihre Uhr auf“. Die Tabelle stellt nebeneinander, was jede davon zum Aufziehen sagt.

Aufziehen laut den Unterlagen der Hersteller, abgerufen am 23.10.2026. Umdrehungen: an der Krone, für eine stehende Uhr. Tragezeit: so lange soll die Uhr am Tag getragen werden, damit der Selbstaufzug reicht.
KaliberUm­drehungenGang­reserveTrage­zeit
Orient F6T2etwa 30, dann aus­reichend aufgezogenmin­destens 40 Stundenmin­destens 8 Stunden empfohlen
Citizen 82**, 41**40, dann voll­ständig aufgezogenmehr als 40 Stundenetwa 8 Stunden reichen
Citizen 83**50, dann voll­ständig aufgezogenmehr als 60 Stundenetwa 8 Stunden reichen
Seiko 4R35, 4R36etwa 20 zum Ingang­setzen, für voll keine Zahletwa 41 Stundenmehr als 10 Stunden
Seiko 6R64etwa 20 zum Ingang­setzen, voll laut Anzeigeetwa 45 Stundenmehr als 10 Stunden
Tissot, Webseite40 bis 80, bis ein Widerstand zu spüren ist38 bis 80 Stunden je nach Werkkeine Angabe
Tissot, Anleitungrund 30 zum Anlaufen, 80 bis voll36 bis 80 Stunden je nach Modellkeine Angabe

Was die Tabelle zeigt, ist kein Widerspruch in der Sache. In den Zahlen der Hersteller gehen längere Gangreserve und mehr Umdrehungen zusammen. Die 83** von Citizen mit mehr als 60 Stunden brauchen 50, die 82** mit mehr als 40 Stunden 40. Orient nennt für mindestens 40 Stunden etwa 30. Bei Tissot passen die Angaben nicht einmal untereinander: Die Webseite nennt 40 bis 80 Umdrehungen und 38 bis 80 Stunden, die Anleitung rund 30 und 80 Umdrehungen und 36 bis 80 Stunden. Eine allgemeine Zahl für alle Automatikuhren gibt es deshalb nicht, und jede Faustregel, die eine nennt, rät.

Das Kaliber der eigenen Uhr steht oft auf dem Gehäuseboden. Citizen erklärt in der Anleitung, dass die ersten vier Zeichen der eingravierten Gehäusenummer die Uhrwerksnummer sind. Mit dieser Nummer lässt sich die passende Anleitung beim Hersteller nachschlagen, und dort steht dann auch die Zahl. Auch Orient hat für das Kaliber F6T2 ein eigenes Online-Handbuch.

Für Uhren, deren Anleitung keine Zahl für die volle Feder nennt, wie Seiko bei den 4R-Kalibern, bleibt ein praktischer Weg: Mit 30 bis 40 Umdrehungen beginnen, die Uhr ablegen und am nächsten Tag nachsehen, ob sie noch läuft. Steht sie, war die Füllung nicht voll, oder die Gangreserve ist kürzer als gedacht. Für die 4R35 nennt Seiko etwa 41 Stunden. Voll aufgezogen sollte sie eine Nacht und den folgenden Tag also überstehen.

Ingangsetzen, ausreichend, voll: drei Zahlen für drei Dinge

Legt man die Zahlen aus den Anleitungen nebeneinander, übersieht man leicht, dass sie nicht dasselbe messen. Seiko schreibt in den Anleitungen zur 4R35 und zur 6R64 jeweils, man solle eine stehende Uhr etwa 20 Mal an der Krone drehen, um die Feder zum Ingangsetzen aufzuziehen. Gemeint ist der Moment, in dem das Werk wieder anläuft. Wie lange es mit diesen 20 Umdrehungen läuft, sagt die Stelle nicht.

Orient formuliert anders. Etwa 30 Umdrehungen ziehen eine stehende F6T2 nach dem Handbuch „adequately“ auf, also ausreichend, und die Zahl sei als Richtwert gedacht, denn die Krone drehe auch bei voller Feder weiter. Am genauesten ist Citizen: 40 beziehungsweise 50 Umdrehungen, um die Antriebsfeder nach einem Stoppen vollständig aufzuziehen. Tissot hat gleich zwei Antworten. Die Webseite nennt 40 bis 80 Umdrehungen bis zu einem spürbaren Widerstand. Die Anleitung für mechanische Uhren trennt dagegen wie Seiko: rund 30 Umdrehungen, damit eine stehende Automatik wieder läuft, den Rest erledigt das Tragen; meist genügten 80, um sie von Hand vollständig aufzuziehen.

Im Alltag heißt das: 20 Umdrehungen genügen, damit eine Seiko anläuft. Abgelegt hält sie die angegebenen 41 oder 45 Stunden aber nicht unbedingt durch, denn diese Werte gelten nach Seiko für die voll aufgezogene Uhr. Am Morgen in Gang gesetzt und dann getragen, braucht eine Uhr das nicht; den Rest übernimmt der Rotor. Wer sie dagegen von Hand aufzieht und liegen lässt, dreht besser bis zur Zahl für die volle Feder oder, bei der 6R64, bis die Gangreserveanzeige voll zeigt.

Die Unterscheidung erklärt, warum zwei Zahlen so weit auseinanderliegen können, ohne dass eine falsch ist. Liest man „etwa 20“ und daneben „40 bis 80“, hält man leicht eine der beiden für einen Fehler. Beide können für ihr Werk stimmen; sie beantworten nur verschiedene Fragen. Wie Rotor, Handaufzug und Uhrenbeweger bei einer Automatikuhr zusammenspielen, erklärt der Abschnitt zum Handaufzug bei Herren-Automatikuhren.

Acht oder zehn Stunden: wann das Tragen allein reicht

Ob man überhaupt von Hand aufziehen muss, hängt an der Tragezeit. Citizen schreibt, die Feder sei für einen automatischen Lauf ausreichend aufgezogen, wenn die Uhr etwa 8 Stunden getragen wird. Orient empfiehlt, die Uhr mindestens 8 Stunden am Tag zu tragen. Seiko verlangt für die 4R35 mehr als 10 Stunden am Tag. Die Zahlen liegen nah beieinander, aber nicht gleich, und sie beschreiben einen Arbeitstag, nicht einen Abend.

Die Regel, die daraus folgt, ist schlicht. Vom Morgen bis zum Abend getragen, muss eine Automatik nicht aufgezogen werden. Wer sie nur abends anlegt, zum Essen oder Ausgehen, kommt auf drei oder vier Stunden und sollte sie vorher von Hand aufziehen. Für diesen Fall steht bei Seiko ausdrücklich: Wird die Uhr nicht am Handgelenk getragen, soll man sie jeden Tag zur selben Zeit voll aufziehen.

Wie viel Bewegung ein Arbeitstag tatsächlich liefert, beziffert keine der Anleitungen. Seiko schreibt in der Anleitung zur 6R64 nur, die Laufzeit hänge davon ab, wie viele Stunden man die Uhr trägt und wie viel man sich dabei bewegt. Ein Bürotag mit wenig Armbewegung spannt die Feder weniger als ein Tag auf den Beinen. Steht die Uhr nach einem ruhigen Tag am nächsten Morgen, obwohl sie acht Stunden am Handgelenk war, zieht man sie abends ein paar Umdrehungen nach. Mehr braucht es nicht.

Bevor die Krone sich dreht: was man wissen sollte

Die Krone ist das Rädchen an der Gehäuseseite, meist bei 3 Uhr, bei manchen Uhren bei 4 Uhr oder links. Wie viele Stellungen sie hat, hängt an der Uhr. Bei den Citizen-Kalibern mit Kalender sind es drei: eingedrückt, einmal und zweimal herausgezogen. Die Orient F6T2 ohne Datum hat zwei, „0 click“ für die Normalposition, in der man aufzieht, und „1st click“ für das Stellen der Zeit.

Bei manchen Uhren ist die Krone verschraubt. Sie sitzt dann auf einem Gewinde fest und lässt sich weder drehen noch herausziehen, bevor man sie aufgeschraubt hat. Seiko und Orient schreiben übereinstimmend: Die verschraubte Krone zuerst lösen, nach dem Aufziehen oder Stellen wieder festschrauben. Bleibt sie offen, ist die Uhr nicht so dicht, wie sie sein soll. Welche Rolle Krone, Drücker und Boden für die Dichtheit spielen, beschreibt der Abschnitt über die drei Eintrittsstellen am Gehäuse.

Ob die eigene Krone verschraubt ist, zeigt ein Test aus der deutschen Seiko-Anleitung zur 6R64. Man drückt die Krone leicht hinein und versucht, sie zu drehen. Dreht sie sich, ist es eine normale Krone, und man kann sie zum Stellen direkt herausziehen. Dreht sie sich nicht, ist sie verschraubt und muss zuerst gelöst werden. Der Test dauert ein paar Sekunden und erspart das Rätseln, warum eine Krone sich nicht bewegen lässt.

Und eine Uhr wird zum Aufziehen am besten vom Handgelenk genommen. Keine der Anleitungen verlangt das ausdrücklich, aber Citizen beschreibt das Drehen der Krone mit Zeigefinger und Daumen, langsam, und das geht am liegenden Gehäuse sicherer als am Arm, an dem die Krone in einem ungünstigen Winkel steht. Mit der Uhr in der einen Hand und der Krone zwischen den Fingern der anderen hat man sie besser im Griff.

Erster Schritt: die Krone in die Aufzugsposition bringen

Aufgezogen wird bei allen vier Herstellern in der Normalposition, also bei eingedrückter Krone. Orient schreibt „in its normal position (0 click)“, Citizen bildet die Position in der Anleitung ab und beschreibt das Drehen ohne Herausziehen. Wer die Krone vor dem Aufziehen herauszieht, stellt stattdessen Datum oder Uhrzeit, und dann bewegen sich beim vermeintlichen Aufziehen plötzlich die Zeiger.

Bei einer verschraubten Krone heißt Normalposition: aufgeschraubt, aber nicht herausgezogen. Seiko beschreibt es so: Krone gegen den Uhrzeigersinn aufschrauben, danach lässt sie sich bedienen. Ob sie in der richtigen Stellung steht, zeigt ein kurzer Test: Dreht man die Krone vorsichtig, und die Zeiger bleiben stehen, ist es die richtige Position.

Prüfpunkt: Die Zeiger bewegen sich beim Drehen nicht. Bewegen sie sich, ist die Krone herausgezogen. Dann zurückdrücken und erneut beginnen.

Zweiter Schritt: im Uhrzeigersinn, und langsam

Gedreht wird im Uhrzeigersinn, mit Blick von außen auf die Krone. Citizen schreibt „nach rechts (im Uhrzeigersinn)“, Seiko „clockwise slowly“, Orient „slowly turn the crown clockwise“. Alle drei betonen, dass es langsam geschehen soll. Bei Tissot steht auf der Webseite „im Uhrzeigersinn“, in der Anleitung „im oder gegen den Uhrzeigersinn (je nach Modell)“. Seiko ergänzt, dass sich die Uhr gegen den Uhrzeigersinn nicht aufziehen lässt, und Orient, dass die Krone in der Gegenrichtung frei dreht.

Das freie Drehen in der Gegenrichtung ist also kein Defekt, sondern so gebaut. Rollt man die Krone zwischen Daumen und Zeigefinger hin und her, zieht nur jede zweite Bewegung die Uhr auf, nämlich die im Uhrzeigersinn. Das ist bequem und nach den Anleitungen nicht falsch; gezählt werden dann allerdings nur die Drehungen in die richtige Richtung.

Prüfpunkt: Beim Drehen im Uhrzeigersinn ist ein leichter, gleichmäßiger Widerstand zu spüren, in der Gegenrichtung fast keiner. Ist es umgekehrt, gehört die Uhr möglicherweise zur Ausnahme, die der Abschnitt über die Richtung beschreibt.

Dritter Schritt: dreißig, vierzig, fünfzig Umdrehungen

Wie viele Umdrehungen nötig sind, steht in der Tabelle oben, und die Zahl gilt für eine Uhr, die ganz stehen geblieben ist. Citizen schreibt das ausdrücklich: 40 Mal nach einem Stoppen der Uhr bei den Kalibern 82** und 41**, 50 Mal bei den 83**. Orient formuliert es ähnlich: Ist die Uhr stehen geblieben, lässt sie sich mit etwa 30 Umdrehungen ausreichend aufziehen.

Eine Umdrehung ist dabei eine volle Drehung der Krone um 360 Grad, nicht ein kurzes Anrollen mit dem Finger. In kleinen Rucken gedreht, braucht es entsprechend mehr Bewegungen, um auf dieselbe Zahl zu kommen. Beim ersten Mal ist Mitzählen sinnvoll; danach hat man ein Gefühl dafür, wie lange es bei der eigenen Uhr dauert.

Eine Uhr, die noch läuft, aber seit dem Vortag nicht getragen wurde, braucht weniger. Sie hat einen Teil ihrer Gangreserve verbraucht, nicht alle. Wie viel genau, sagt keine der Anleitungen, weil es von der Zeit seit dem letzten Tragen abhängt. Am einfachsten ist es, trotzdem die volle Zahl zu drehen: Zu viel ist nach den Anleitungen von Citizen, Seiko und Orient kein Problem, dazu gleich mehr.

Prüfpunkt: Die Zahl aus der Anleitung des eigenen Kalibers ist erreicht. Ohne Anleitung: 30 bis 40 Umdrehungen und am nächsten Tag nachsehen, ob die Uhr noch läuft.

Vierter Schritt: warten, bis der Sekundenzeiger läuft

Eine ganz stehende Uhr läuft nicht mit der ersten Umdrehung an. Seiko erklärt den Grund: Das Drehmoment der Feder ist zu Beginn des Aufziehens gering, und der Sekundenzeiger setzt sich erst in Bewegung, wenn ein gewisses Drehmoment erreicht ist. Das ist eine Eigenschaft mechanischer Uhren, kein Fehler. Seiko fügt hinzu, dass ein seitliches Schwenken der Uhr die Unruh in Gang bringen und den Start beschleunigen kann.

Orient beschreibt denselben Moment aus der anderen Richtung: Ist die Uhr stehen geblieben, schüttelt man sie oder dreht die Krone, und sobald der Sekundenzeiger anläuft, stellt man die Uhrzeit. Bei Citizen steht, dass sich der Sekundenzeiger zwei bis drei Sekunden hin und her bewegen kann, wenn man die Zeit stellt, bevor die Feder ausreichend aufgezogen ist. Auch das ist kein Defekt.

Prüfpunkt: Der Sekundenzeiger läuft gleichmäßig, ohne zu stocken. Läuft er nach der vollen Zahl an Umdrehungen noch nicht, hilft der Abschnitt über die Uhr, die trotz Aufziehen nicht läuft.

Fünfter Schritt: erst aufziehen, dann die Zeit stellen

Die Reihenfolge steht bei Citizen als erste Anforderung in der Anleitung: Die Antriebsfeder richtig aufziehen, bevor man die Uhrzeit einstellt. Seiko formuliert es für die stehende Uhr ebenso, erst aufziehen, dann Zeit und Datum stellen, dann anlegen. Wer umgekehrt vorgeht, stellt eine Uhr, deren Feder kaum Kraft hat.

Gestellt wird mit herausgezogener Krone, aber nicht überall in derselben Stellung. Bei der Orient F6T2 ist es „1st click“. Citizen schreibt für Modelle mit Kalender die zweite Stellung vor und nur für Modelle ohne Kalender die erste. Hat das Werk einen Sekundenstopp, hält der Sekundenzeiger dabei an, und man kann die Uhr sekundengenau stellen. Orient nennt für die F6T2 einen solchen Stopp, Citizen nur für die Kaliber 83**; für die 82** und 41** steht keiner in der Anleitung. Das Datum hat bei Uhren mit Kalender eine eigene Position und eigene Regeln, etwa Sperrzeiten am Abend, die eine eigene Erklärung verdienen. Sie steht im Ratgeber zur Sperrzeit beim Datumstellen.

Für die 4R35 beschreibt Seiko zwei Handgriffe beim Stellen. Die Krone in die Zeitstellung ziehen, wenn der Sekundenzeiger auf der 12 steht; er bleibt dann genau dort stehen. Und den Minutenzeiger erst ein Stück hinter die gewünschte Zeit zurückdrehen und dann vorwärts auf die genaue Minute stellen. Zum Schluss wird die Krone mit einem Zeitzeichen eingedrückt, und der Sekundenzeiger läuft sofort los.

Beim Datum stellt Seiko eine Bedingung, die zum Thema dieser Seite passt: Die Uhr muss laufen, bevor man es verstellt. Eine stehende Uhr wird also zuerst aufgezogen, auch wenn nur das Datum falsch ist.

Citizen gibt noch einen Hinweis zur Tageshälfte: Der Wechsel der Datumsanzeige zeige an, dass der Vormittag begonnen hat. Dreht man die Zeiger beim Stellen über Mitternacht, zeigt der Datumssprung also, ob man gerade vor- oder nachmittags einstellt. Ohne diese Kontrolle springt das Datum später mittags statt nachts.

Prüfpunkt: Uhrzeit stimmt, und bei Uhren mit Datum ist klar, ob die Zeiger auf Vor- oder Nachmittag stehen.

Sechster Schritt: Krone zurück, verschrauben, prüfen

Nach dem Stellen kommt die Krone zurück in die Normalposition, bei einer verschraubten Krone wird sie wieder festgeschraubt. Seiko und Orient schreiben beide, man solle die Krone nach dem Bedienen unbedingt wieder verriegeln. Citizen ergänzt in den Sicherheitshinweisen, die Uhr immer mit eingedrückter Krone zu benutzen und die Krone nicht bei nasser Uhr zu betätigen, weil sonst Wasser eindringen kann.

Zum Abschluss lohnt eine Kontrolle über zwei, drei Tage. Läuft die Uhr am nächsten Morgen noch, war die Füllung ausreichend. Geht sie deutlich vor oder nach, ist das nach einem Tag noch kein Befund: Orient schreibt, man solle die Abweichung nicht über einen Tag, sondern über etwa eine Woche bewerten. Wie man das mit einer festen Uhrzeit und einer Bezugszeit sauber misst, steht im Protokoll über vierzehn Tage zur Ganggenauigkeit.

Prüfpunkt: Krone eingedrückt oder verschraubt, Uhr läuft am nächsten Morgen noch, Abweichung wird über eine Woche beobachtet, nicht nach einem Tag beurteilt.

Woran man merkt, dass die Feder voll ist

Bei der Orient F6T2 gar nicht, jedenfalls nicht von außen. Orient schreibt ausdrücklich, die Krone lasse sich auch bei voll aufgezogener Feder weiterdrehen. Einen Anschlag, an dem man das Ende spüren würde, gibt es bei diesem Werk also nicht. Um zu wissen, wann Schluss ist, zählt man mit und hält sich an die Zahl aus der Anleitung.

Bei Tissot hängt die Antwort davon ab, welche Unterlage man liest. Die Webseite sagt, man solle bei Automatikwerken drehen, bis man einen Widerstand spürt. Die Bedienungsanleitung für mechanische Uhren sagt das Gegenteil: Automatische Werke haben eine Schleppfeder, die das Aufzugsystem entkuppelt, sobald das Werk voll aufgezogen ist, und die Krone könne dann unendlich oft gedreht werden. Einen Widerstand gibt es danach nicht; als Anhaltspunkt bleiben die 80 Umdrehungen aus der Anleitung.

Eindeutig ist es nur bei Uhren mit Gangreserveanzeige. Für das Kaliber 6R64 beschreibt Seiko einen Zeiger auf dem Zifferblatt, der bei 45 oder „F“ steht, wenn die Uhr voll aufgezogen ist, und der beim Ablaufen der Feder in Richtung 0 oder „E“ wandert. Aufziehen soll man, bis die Anzeige den vollständig aufgezogenen Zustand zeigt. Zählen muss man bei einer solchen Uhr also nicht.

Zur Anzeige empfiehlt Seiko noch etwas, das für jede Automatikuhr nützlich ist: vor dem Abnehmen nachsehen, ob die gespeicherte Energie bis zum nächsten Tragen reicht, und die Feder gegebenenfalls aufziehen. Ohne Anzeige lässt sich das nur schätzen. Eine Uhr, die tagsüber nur kurz am Arm war, hat abends wenig Reserve. War es ein ganzer Tag, reicht es nach Citizen, sofern die Uhr etwa acht Stunden getragen wurde.

Kann man eine Automatikuhr überdrehen?

Nach den Anleitungen aller vier Hersteller nicht. Citizen schreibt, die Antriebsfeder werde nicht beschädigt, wenn die Krone nach dem vollständigen Aufziehen weiter gedreht wird. Seiko schreibt, ein Weiterdrehen der Krone breche die Feder nicht. Orient schreibt, die Krone lasse sich auch bei voll aufgezogener Feder weiterdrehen, und die Zahl der Umdrehungen sei als Richtwert gemeint. Ein Anschlag, an dem man aufhören müsste, ist bei diesen Werken also nicht vorgesehen.

Die Anleitung zum Kaliber 6R64 erklärt auch, warum. Ist die Aufzugsfeder einmal vollständig aufgezogen, rutscht sie beim weiteren Aufziehen durch, und es besteht nach Seiko keine Gefahr, dass sie bricht, selbst wenn sie überdreht wird. Tissot beschreibt in seiner Anleitung für mechanische Uhren dasselbe mit einem anderen Wort: Eine Schleppfeder entkuppelt das Aufzugsystem, sobald das Werk voll ist. Citizen, Orient und die Seiko-Anleitung zur 4R35 nennen nur das Ergebnis.

Auf der Tissot-Webseite liest es sich anders. Für Uhrwerke mit Automatik-Aufzug heißt es dort, man solle die Krone drehen, bis man einen Widerstand spürt. Für Werke mit Handaufzug steht ausdrücklich: bis zum Widerstand drehen und den Mechanismus nicht mit Gewalt aufziehen, da dies das Uhrwerk beschädigen kann. Die Anleitung sagt für Handaufzug, die Krone zu drehen, „bis sie sperrt“. Für reine Handaufzugsuhren ist das die entscheidende Grenze. Für Automatikuhren widerspricht die Webseite der eigenen Anleitung.

Im Gebrauch ist der Unterschied kleiner, als er klingt. Wer bei einer Automatikuhr die Zahl aus der eigenen Anleitung dreht und dann aufhört, macht bei allen vier Herstellern alles richtig. Kraft braucht es dafür nicht. Wird die Krone schwer oder blockiert sie, hört man auf, unabhängig vom Hersteller. Eine Krone, die sich von Anfang an nur schwer drehen lässt, gehört zum Uhrmacher, nicht in die Hand eines Ungeduldigen.

Die Suchvorschläge „automatikuhr zu weit aufziehen“ und „automatikuhr aufziehen überdrehen“ beantworten sich damit für die meisten Uhren mit Nein. Ganz sicher geht man mit einem Blick in die Anleitung des eigenen Kalibers, ob dort von einem Widerstand oder vom Weiterdrehen die Rede ist. Steht dort nichts, ist die Zahl aus der Tabelle oben der sicherste Anhaltspunkt.

Schütteln oder nicht: wo sich die Hersteller widersprechen

Beim Schütteln gehen die Unterlagen ausdrücklich auseinander. Citizen nennt zwei Wege, die Feder aufzuziehen: die Krone nach rechts drehen oder, bei einem selbstaufziehenden Werk, die Uhr vorsichtig schütteln. Werde dabei zu stark geschüttelt, könne sich der Sekundenzeiger hin und her bewegen, Funktion und Leistung der Uhr würden davon aber nicht beeinträchtigt. Seiko schreibt, man könne eine stehende Uhr durch Drehen der Krone oder durch seitliches Schwenken starten. Orient: die Uhr schütteln oder die Krone drehen.

Tissot dagegen schreibt mit Ausrufezeichen, man solle eine Uhr niemals schütteln, um sie wieder zum Laufen zu bringen, das beschädige das Uhrwerk. Die Anweisung steht auf einer Seite, die sich an Käufer richtet, deren mechanische Uhr stehend geliefert wurde, und sie steht dort im Abschnitt über Uhrwerke mit Automatik-Aufzug. Die Bedienungsanleitung für mechanische Uhren sagt es etwas anders: Man solle das Handgelenk nicht absichtlich hin- und herbewegen, um die Uhr aufzuziehen, das sei nicht wirksam und könne die Uhr beschädigen.

Wer hat recht? Für die eigene Uhr der eigene Hersteller. Die vier Unterlagen gelten für verschiedene Werke, und keine behauptet, für alle Uhren zu sprechen. Wer eine Tissot besitzt, schüttelt sie nicht. Wer eine Citizen, Seiko oder Orient besitzt, darf sie nach der jeweiligen Anleitung sanft schwenken, muss es aber nicht: Die Krone führt bei allen drei ebenfalls zum Ziel und ist der kontrolliertere Weg.

Für Uhren anderer Marken, deren Anleitung man nicht zur Hand hat, gibt es eine vorsichtige Faustregel, die sich aus den vier Unterlagen ableiten lässt: Die Krone ist bei allen vier der vorgesehene Weg, das Schütteln nur bei dreien. Wer also nicht weiß, was der Hersteller sagt, nimmt die Krone. Das ist ein Schluss aus diesen vier Anleitungen, keine Regel, die ein Hersteller für alle aufgestellt hätte.

„Schütteln“ heißt bei Citizen und Seiko übrigens nicht kräftig. Citizen schreibt vorsichtig, Seiko von einem Schwenken von einer Seite zur anderen. Gemeint ist eine Bewegung, wie sie der Arm beim Gehen macht, nicht ein Rütteln. Ein Stoß, etwa gegen eine Tischkante, hat damit nichts zu tun; starke Erschütterungen können nach Citizen die Genauigkeit beeinflussen.

Welche Richtung, und die eine Ausnahme

Im Uhrzeigersinn, so steht es bei Citizen, Seiko und Orient und auf der Tissot-Webseite. Tissot nennt dort allerdings eine Ausnahme: Beim Werk „Swissmatic“ muss die Krone gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden. Die Tissot-Anleitung für mechanische Uhren lässt die Frage ganz offen und schreibt „im oder gegen den Uhrzeigersinn (je nach Modell)“. Zieht man eine Uhr mit diesem Werk wie jede andere auf, dreht man in die Richtung, in der sich nichts tut, und wundert sich, warum sie nicht anläuft.

Für die Suche „automatikuhr aufziehen welche richtung“ heißt das: im Uhrzeigersinn, außer die Anleitung sagt etwas anderes. Im Zweifel probiert man beide Richtungen langsam aus. In der richtigen ist ein leichter Widerstand zu spüren, in der falschen dreht die Krone fast ohne Widerstand; Orient beschreibt genau das für die Gegenrichtung. Mit Gewalt in eine Richtung zu drehen, in der die Krone blockiert, ist in keinem Fall richtig.

Der Rotor im Inneren arbeitet unabhängig davon. Orient schreibt für die F6T2, der Selbstaufzug funktioniere in beiden Drehrichtungen des Rotors. Wie herum man die Uhr beim Tragen bewegt, spielt bei diesem Werk also keine Rolle; die Richtung beim Aufziehen über die Krone schon.

Die verschraubte Krone: Gewinde vor Kraft

Eine verschraubte Krone hat etwa die Seiko mit dem Kaliber 4R35, deren Anleitung eigene Abschnitte zum Tauchen enthält. Sie soll nach Orient Fehlbedienungen verhindern und die Wasserdichtigkeit verbessern; die deutsche Seiko-Anleitung zur 6R64 begründet sie fast wortgleich. Für das Aufziehen bedeutet sie zwei zusätzliche Handgriffe, einen vorher und einen nachher, und beim zweiten entstehen die Schäden.

Gelöst wird sie gegen den Uhrzeigersinn, so schreiben es Seiko und Orient übereinstimmend. Zum Festschrauben drückt man sie leicht ins Gehäuse und dreht im Uhrzeigersinn, bis sie stoppt. Seiko ergänzt dazu eine Warnung: langsam und sorgfältig drehen, damit das Gewinde richtig greift, und die Krone nicht mit Kraft hineindrücken, weil sonst das Schraubloch im Gehäuse beschädigt werden kann.

In der Anleitung zur 6R64 steht dieselbe Warnung mit Blick auf die Krone selbst: vorsichtig und ohne Kraftaufwand drehen, sonst könne ihr Gewinde beschädigt werden. Ob eine Krone danach noch dicht schließt, lässt sich von außen nicht prüfen. Bleibt ein Beschlag unter dem Glas, nennt Seiko in der Störungssuche als Ursache Wasser, das etwa durch eine verschlissene Dichtung eingedrungen ist, und verweist an das Geschäft, in dem die Uhr gekauft wurde.

Die Regel aus dem sechsten Schritt gilt hier doppelt: die Krone nie bei nasser Uhr bedienen. Seiko schreibt dasselbe und ergänzt, man solle die Uhr nicht waschen, solange die Krone herausgezogen ist. Nach dem Schwimmen oder Duschen wird die Uhr also erst abgetrocknet und dann aufgezogen. Warum Dichtungen mit der Zeit nachlassen und was das für Uhren bedeutet, die ins Wasser gehen, steht im Abschnitt über Dichtungen und Salzwasser bei Automatik-Taucheruhren.

Aufgezogen, und sie läuft trotzdem nicht

Ein naheliegender Grund ist schnell gefunden: Die Krone stand nicht in der Normalposition, und die Umdrehungen haben die Zeiger gestellt statt die Feder gespannt. Der zweite: Es waren zu wenige Umdrehungen, und die Feder hat das Drehmoment, von dem Seiko spricht, noch nicht erreicht. In beiden Fällen hilft es, die Krone einzudrücken und die volle Zahl aus der Anleitung zu drehen.

In der Störungssuche der Seiko-Anleitungen zur 4R35 und zur 6R64 steht genau dieser Fall an erster Stelle: Die Uhr ist stehen geblieben, Ursache ist die nicht aufgezogene Feder, Abhilfe das Aufziehen nach Anleitung und das Stellen der Zeit. Läuft sie danach immer noch nicht, verweist Seiko an das Geschäft, in dem die Uhr gekauft wurde. Weitere Schritte, die man selbst ausprobieren könnte, nennt die Tabelle nicht.

Läuft die Uhr dann immer noch nicht an, erlauben Citizen, Seiko und Orient ein sanftes Schwenken, um die Unruh anzustoßen. Bei einer Tissot ist das nach Tissot nicht vorgesehen. Bleibt die Uhr danach stehen, oder läuft sie an und bleibt nach kurzer Zeit wieder stehen, ist das kein Bedienfehler mehr, sondern ein Fall für den Händler oder den Uhrmacher.

Ein dritter Fall sieht aus wie ein Defekt und ist keiner: Beim Stellen zuckt der Sekundenzeiger zwei, drei Sekunden hin und her, obwohl die Uhr läuft. Citizen beschreibt genau das für den Fall, dass die Feder beim Stellen noch nicht ausreichend aufgezogen ist, und ebenso nach zu kräftigem Schütteln. Funktion und Leistung seien davon nicht beeinträchtigt.

Und schließlich die Uhr, die über Nacht stehen bleibt, obwohl sie tagsüber getragen wurde. Hier liegt es meist an der Tragezeit, nicht am Aufziehen. Wie man das eingrenzt und wann dahinter doch ein Defekt steckt, beschreibt der Abschnitt zur Uhr, die über Nacht stehen bleibt.

Für kleine Damen-Automatikuhren ist dieselbe Frage mit den Angaben der dort verglichenen Modelle durchgegangen, im Abschnitt zur Damenuhr, die über Nacht stehen bleibt.

Ein letzter Eintrag aus der Seiko-Tabelle betrifft das Datum. Springt es mittags statt um Mitternacht, sind Vor- und Nachmittag vertauscht, und Seiko rät, die Zeiger um zwölf Stunden vorzustellen. Das passiert leicht, wenn man eine stehende Uhr nach dem Aufziehen stellt, ohne auf den Datumswechsel zu achten.

Täglich aufziehen, obwohl man sie trägt?

Nötig ist es nicht. Wer die Uhr acht bis zehn Stunden am Tag trägt, erreicht nach Citizen, Orient und Seiko die Füllung, die das Werk braucht. Orient schreibt allerdings auch, man solle die Uhr regelmäßig tragen oder die Krone gelegentlich drehen, um die Feder ausreichend aufzuziehen. Ein paar Umdrehungen am Morgen schaden nach den Anleitungen nicht und sorgen dafür, dass das Werk den Tag mit voller Feder beginnt.

Einen Grund, die Krone auch bei einer getragenen Uhr gelegentlich zu drehen, nennt Seiko unter der täglichen Pflege: Man solle sie von Zeit zu Zeit drehen, damit sie nicht korrodiert, und das gelte ebenso für die verschraubte Krone. Mit der Gangreserve hat das nichts zu tun. Es ist eher ein Grund, die Krone nicht jahrelang unberührt zu lassen, nur weil der Rotor das Aufziehen übernimmt.

Anders liegt der Fall, wenn die Uhr nicht getragen wird. Dann ist das tägliche Aufziehen der einzige Antrieb. Seiko empfiehlt für diesen Fall, die Uhr jeden Tag zur selben Zeit voll aufzuziehen. Das hat einen praktischen Grund: Bei gleicher Uhrzeit und voller Feder läuft das Werk jeden Tag unter denselben Bedingungen, und eine Abweichung lässt sich besser beobachten.

Für die Suche „wie oft sollte man eine automatikuhr aufziehen“ ergibt sich daraus eine doppelte Antwort. Getragen: nicht nötig, gelegentlich ein paar Umdrehungen helfen. Nicht getragen: einmal täglich voll, zur selben Zeit, oder, wenn die Uhr ohnehin für Tage liegt, einfach stehen lassen und vor dem nächsten Tragen neu aufziehen und stellen.

Ob eine Uhr ein Wochenende ohne Tragen übersteht, ist dabei eine Frage der Gangreserve, nicht des Aufziehens. Mit 40 Stunden reicht es von Freitagabend nicht bis Montagmorgen, mit 80 schon. Die Rechnung dazu steht im Abschnitt über das Wochenende als Rechenaufgabe.

Warum eine halb aufgezogene Uhr anders geht

Alle drei Anleitungen, die sich dazu äußern, sagen dasselbe: Eine mechanische Uhr geht am genauesten, wenn die Feder ausreichend aufgezogen ist. Citizen nennt den Aufziehbetrag der Triebfeder als ersten von drei Gründen, warum eine mechanische Uhr außerhalb der angegebenen Genauigkeit liegen kann, neben der Ausrichtung und der Umgebung. Orient schreibt, eine unzureichend aufgezogene Feder könne die Uhr vor- oder nachgehen lassen. Seiko: Wird die Uhr nicht voll aufgezogen benutzt, kann sie vor- oder nachgehen.

In der Anleitung zur 4R35 erklärt Seiko auch den Grund. Die Antriebskraft der Feder sei nicht konstant, sondern unterscheide sich zwischen dem voll aufgezogenen Zustand und dem Moment kurz vor dem Ablaufen; je weiter die Feder abläuft, desto schwächer wird sie. Für die 6R64 zieht Seiko daraus eine Grenze: Liegt die Gangreserve beim Tragen über längere Zeit bei 20 Stunden oder weniger, wird möglicherweise keine stabile Ganggenauigkeit erreicht. Empfohlen wird, die Anzeige beim Tragen im Bereich zwischen 20 Stunden und vollem Aufzug zu halten.

Was die Hersteller als Genauigkeit angeben, bezieht sich dabei auf feste Bedingungen: bei Citizen auf die statische Genauigkeit bei normalen Temperaturen, bei Orient ebenfalls auf den ruhenden Zustand bei Raumtemperatur. Citizen nennt für die drei Kaliberfamilien eine durchschnittliche tägliche Abweichung zwischen minus 20 und plus 40 Sekunden, Orient für die F6T2 zwischen plus 25 und minus 15 Sekunden, und beide verweisen darauf, dass Lage, Temperatur und Aufziehbetrag die Werte im Alltag verschieben. Abends fast leer abgelegt und morgens wieder angezogen, läuft eine Uhr also unter anderen Bedingungen als beim Hersteller.

Seiko gibt für die 4R35 eine Abweichung von plus 45 bis minus 35 Sekunden am Tag an, mit dem Zusatz, dass der Wert nur gilt, wenn die Uhr bei 5 bis 35 Grad am Handgelenk getragen wird. Temperatur ist dabei ein eigener Faktor: Mechanische Uhren gehen nach Seiko bei hohen Temperaturen eher nach und bei niedrigen eher vor. Eine Uhr, die nachts auf einem kalten Fensterbrett liegt, verhält sich also anders als eine am Handgelenk, unabhängig davon, wie voll ihre Feder ist.

Daraus folgt kein Zwang, sondern eine Möglichkeit. Geht die Uhr zum Abend hin nach, kann man sie morgens ein paar Umdrehungen aufziehen und beobachten, ob sich das ändert. Tut es das, war die Feder tagsüber zu schwach gespannt. Tut es das nicht, liegt der Grund woanders, bei Lage, Temperatur oder Magnetismus, und das ist Stoff für eine Messung über mehrere Tage, nicht für mehr Umdrehungen.

Wohin mit der aufgezogenen Uhr?

Eine Uhr, die man aufgezogen und abgelegt hat, läuft weiter, und wo sie liegt, wirkt sich auf ihren Gang aus. Seiko nennt in den Sicherheitshinweisen der Anleitung zur 4R35 Orte, an denen man die Uhr weder tragen noch aufbewahren soll: wo die Temperatur über längere Zeit unter 5 oder über 35 Grad liegt, wo starker Magnetismus oder statische Elektrizität wirkt, wo es stark vibriert, wo die Luft feucht oder staubig ist und wo Lösungsmittel wie Nagellackentferner oder Insektenschutz verdunsten.

Der Magnetismus verdient einen zweiten Blick, weil die Folgen bleiben. Citizen rät, die Uhr nicht in die Nähe stark magnetischer Gegenstände oder von Geräten zu bringen, die starke Magnetfelder erzeugen. In der Störungssuche von Seiko steht, dass eine Uhr, die einem starken Magnetfeld ausgesetzt war, ihre Genauigkeit nicht von selbst zurückgewinnt; dafür sei eine Entmagnetisierung nötig, also eine Reparatur. Ein Ablageplatz neben Geräten mit starken Magneten ist deshalb der falsche, auch für eine Nacht.

Bei der Temperatur ist es ähnlich, nur ohne bleibenden Schaden. Eine Uhr, die lange sehr hohen oder niedrigen Temperaturen ausgesetzt war, kehrt nach Seiko zu ihrer normalen Genauigkeit zurück, sobald sie wieder normal temperiert ist; danach soll man die Zeit neu stellen. Erschütterungen, etwa ein Sturz oder Sport mit der Uhr am Arm, nennt Seiko ebenfalls als Grund für Vor- oder Nachgehen. Kehrt die Genauigkeit nach dem Stellen nicht zurück, ist das wieder ein Fall für das Geschäft, in dem die Uhr gekauft wurde.

Neu gekauft und stehend geliefert

Eine neu gekaufte Automatikuhr kommt oft stehend an, und das ist kein Mangel. Tissot erklärt es auf seiner Seite zum Aufziehen ausdrücklich für Käufer, deren bestellte mechanische Uhr bei Erhalt nicht läuft: Je nach Uhrwerk betrage die Gangreserve zwischen 38 und 80 Stunden. Liegt zwischen Versand und Zustellung mehr Zeit, muss man die Uhr neu aufziehen.

Für die erste Inbetriebnahme gilt deshalb derselbe Ablauf wie oben, mit zwei Ergänzungen. Die Schutzfolien kommen ab, Citizen weist ausdrücklich darauf hin, weil sich unter Folien an Boden, Band und Schließe Feuchtigkeit sammeln kann. Und das Band wird erst angepasst, wenn die Uhr läuft und bleiben soll; Citizen empfiehlt dafür einen erfahrenen Uhrmacher.

Gilt ein Rückgaberecht, prüft man in den ersten Tagen in Ruhe, ob sie nach dem Aufziehen gleichmäßig läuft, über Nacht durchhält und ihre Zeit hält. Eine Uhr, die trotz voller Füllung nach wenigen Stunden stehen bleibt, ist ein Fall für die Rückgabe, nicht für weitere Versuche an der Krone.

Von Hand oder mit Uhrenbeweger

Ein Uhrenbeweger ist ein Gerät, das eine Automatikuhr in einer Halterung dreht, damit der Rotor die Feder spannt, während die Uhr liegt. Er ersetzt das Aufziehen von Hand, aber nicht die erste Füllung. Eine stehende Uhr wird zuerst von Hand aufgezogen und gestellt und erst dann in den Beweger gelegt. Warum das so ist und was ein Gerät an Umdrehungen am Tag liefern muss, beschreibt der Abschnitt über das Aufziehen vor dem ersten Einlegen.

Für eine einzelne Uhr, die regelmäßig getragen wird, braucht es keinen Beweger, und für eine, die nur gelegentlich getragen wird, reicht meist das Aufziehen vor dem Anlegen. Sinnvoller wird er bei einer kleinen Sammlung, deren Uhren abwechselnd getragen werden und die man sonst jedes Mal neu stellen müsste. Wann man ein solches Gerät überhaupt nicht braucht, steht gleich am Anfang des Vergleichs von Uhrenbewegern.

Seiko gibt für die 6R64 einen Hinweis, der die Frage für viele erledigt: Wer die Uhr jeden Tag nur kurz trägt, soll an der Gangreserveanzeige nachsehen, wie viel Energie übrig ist, und die Feder gegebenenfalls von Hand aufziehen. Für eine einzelne Uhr, die nur kurz am Arm ist, reicht nach dieser Anleitung also die Krone.

Auch auf Reisen kommt man mit der Krone aus. Eine Uhr, die im Etui liegt, steht nach ihrer Gangreserve, und vor dem Anlegen am Zielort zieht man sie auf und stellt sie. Wie man sie dabei sicher transportiert, beschreibt der Vergleich von Uhrenetuis für Reisen.

61 Suchvorschläge, und welche die Anleitungen beantworten

Für diese Seite wurden am 23. Oktober 2026 die Suchvorschläge von Google zum Begriff „automatikuhr aufziehen“ abgefragt, einmal ohne Zusatz und dann mit jedem Buchstaben des Alphabets und den drei Umlauten als Ergänzung. Heraus kamen 61 verschiedene Vorschläge. Sie sind kein Maß dafür, wie oft etwas gesucht wird, zeigen aber, welche Fragen überhaupt gestellt werden.

22 der 61 Vorschläge enthalten einen Markennamen, von Citizen, Seiko, Tissot und Orient bis zu Rolex, Omega und Nomos. Hinter „automatikuhr aufziehen seiko“ steckt im Grunde die Frage nach der Anleitung eines Kalibers. Für vier dieser Marken stehen die Antworten oben in der Tabelle. Für die übrigen 18 bleibt der Weg über die Nummer auf dem Gehäuseboden und die Anleitung des Herstellers; eine Zahl, die hier nicht belegt ist, steht hier auch nicht.

Neun Vorschläge kreisen um die Frage, ob und wie oft man überhaupt aufziehen muss: „oder nicht“, „wie oft“, „wie lange“, „täglich“, „regelmäßig“, „immer“, „ohne aufziehen“, „wenn läuft“ und „muss man eine automatikuhr aufziehen wenn sie stehen bleibt“. Die Antworten stehen in den Abschnitten zur Tragezeit und zum täglichen Aufziehen. Vier fragen nach Schaden, mit „schädlich“, „überdrehen“, „zu viel“ und „zu weit“. Für Automatikwerke beantworten Citizen, Seiko und Orient das mit Nein.

Fünf Vorschläge beschreiben Störungen: „geht nicht“, „läuft nicht nach aufziehen“, „lässt sich schwer aufziehen“, „vibriert beim aufziehen“ und „geräusch“. Zu den ersten beiden steht oben, was die Anleitungen sagen. Zu den anderen drei schweigen alle vier Hersteller.

Ohne Beleg bleibt hier nur der Rat, den Seiko für jede Störung außerhalb seiner Tabelle gibt: das Geschäft fragen, in dem die Uhr gekauft wurde.

Zwei Vorschläge nennen ein Gerät oder den Uhrenbeweger, drei die Krone, darunter „ohne krone“ und „mit verschraubter krone“. Und einer fragt nach einer alten Automatikuhr. Für eine Uhr, die jahrelang lag, nennt keine der Anleitungen ein eigenes Vorgehen. Seiko und Citizen empfehlen aber, eine mechanische Uhr alle zwei bis drei Jahre überholen zu lassen, und Seiko schreibt, dass sich das Öl im Werk mit der Zeit verschlechtern kann. Bei einer Uhr, deren letzte Wartung niemand kennt, ist das Aufziehen deshalb eher ein Test als eine Lösung: Läuft sie danach nicht gleichmäßig, ist die Überholung der nächste Schritt. Wann sie fällig ist und was dabei geschieht, beschreibt der Abschnitt zur Automatik, die jahrelang lag.

Die Gegenprobe: für welche Uhren dieser Ablauf nicht gilt

Der Ablauf oben gilt für Automatikuhren mit Handaufzug, also für Werke, die sich über den Rotor und über die Krone aufziehen lassen. Das trifft auf alle vier Kaliber in der Tabelle zu; Citizen nennt die manuelle Aufzugsfunktion ausdrücklich unter den Funktionen, Orient und Seiko beschreiben ihre Werke als Automatik mit Handaufzug. Bei anderen Uhren gilt er nur zum Teil oder gar nicht.

Nicht gilt er für Werke mit umgekehrter Aufzugsrichtung, wie das Swissmatic-Werk, für das Tissot das Drehen gegen den Uhrzeigersinn vorschreibt. Nicht gilt er in der Form „weiterdrehen schadet nicht“ für reine Handaufzugsuhren: Für diese schreibt Tissot, bis zum spürbaren Widerstand zu drehen und nicht mit Gewalt weiterzumachen. Über den Widerstand hinaus gedreht, riskiert man bei ihr genau den Schaden, den Tissot beschreibt.

Und er gilt nicht für Automatikwerke ohne Handaufzug, bei denen sich die Feder nur über den Rotor spannen lässt. Bei ihnen bleibt nur, die Uhr zu tragen oder zu bewegen; das Drehen der Krone in der Normalposition zieht sie nicht auf. Ob die eigene Uhr dazu gehört, steht in der Anleitung unter den Funktionen. Fehlt dort der Handaufzug, hilft die Krone beim Aufziehen nicht. Warum kleine Uhren gelegentlich mit Handaufzugswerken statt Automatik gebaut werden, erklärt der Abschnitt zum Sonderfall Handaufzug.

Für Uhren mit Komplikationen gelten zusätzliche Regeln. Eine Uhr mit Mondphase oder Kalender hat Sperrzeiten, in denen man das Datum nicht verstellen soll; Citizen nennt für die eigenen Kaliber den Zeitraum zwischen 21 Uhr und 4:30 Uhr. Das betrifft das Stellen, nicht das Aufziehen, ist aber ein Grund, eine solche Uhr nach dem Stehenbleiben sorgfältiger in Gang zu setzen.

Bleibt die Frage, ob die Anleitung der eigenen Uhr überhaupt auffindbar ist. Bei Citizen, Orient, Seiko und Tissot liegt sie auf der Herstellerseite, bei Orient je Kaliber. Bei vielen kleineren Marken, deren Uhren in Amazon-Trefferlisten stehen, nennt das Angebot nicht einmal das Kaliber. Wie häufig das ist, haben die Auszählung von 79 Automatik-Skelettuhren und die Taucheruhren-Auswertung gezeigt. Dann bleibt nur der vorsichtige Weg: Krone im Uhrzeigersinn, 30 bis 40 Umdrehungen, nicht schütteln, und beobachten.

Inbetriebnahme in acht Punkten

Die Liste fasst den Ablauf für eine stehende Automatikuhr zusammen, so wie er sich aus den vier Herstellerunterlagen ergibt. Sie eignet sich zum Ausdrucken und für die erste Inbetriebnahme einer neuen Uhr ebenso wie für eine, die ein paar Tage gelegen hat.

Eine stehende Automatikuhr in Gang setzen

  • Kaliber und Anleitung des Herstellers heraussuchen.

    Die Zahl der Kronenumdrehungen und die Frage, ob Schütteln erlaubt ist, stehen dort. Citizen: die ersten vier Zeichen der Gehäusenummer auf dem Boden.

  • Uhr vom Handgelenk nehmen, verschraubte Krone lösen.

    Seiko und Orient: vor dem Bedienen aufschrauben, danach wieder verriegeln.

  • Krone in der Normalposition lassen, nicht herausziehen.

    Bewegen sich beim Drehen die Zeiger, ist die Krone herausgezogen.

  • Langsam im Uhrzeigersinn drehen, bis die Zahl aus der Anleitung erreicht ist.

    Orient F6T2 etwa 30, Citizen 82** und 41** 40, 83** 50, Seiko 6R64 bis die Gangreserveanzeige voll zeigt, Tissot-Anleitung 80 bis voll. Ausnahme Swissmatic bei Tissot: gegen den Uhrzeigersinn.

  • Warten, bis der Sekundenzeiger gleichmäßig läuft.

    Seiko: Die Feder braucht ein gewisses Drehmoment. Sanftes Schwenken nur, wenn der Hersteller es erlaubt; Tissot verbietet es.

  • Erst jetzt Uhrzeit und gegebenenfalls Datum stellen.

    Citizen: vorher aufziehen, sonst zuckt der Sekundenzeiger beim Stellen.

  • Krone zurückdrücken oder verschrauben.

    Citizen: die Krone nie bei nasser Uhr bedienen.

  • Am nächsten Morgen nachsehen, ob die Uhr noch läuft, und die Abweichung über eine Woche beobachten.

    Orient: die Genauigkeit nicht nach einem Tag beurteilen, sondern nach etwa einer Woche.

Nach dem ersten Durchgang braucht man die acht Punkte meist nicht mehr. Die meisten Automatikuhren werden getragen, nicht aufgezogen, und die Krone kommt nur nach einer Pause zum Einsatz. Die Angaben auf dieser Seite stammen aus den Unterlagen von Citizen, Orient, Seiko und Tissot vom 23. Oktober 2026. Gilt für die eigene Uhr eine andere Anleitung, geht diese vor.

Häufige Fragen

Wie oft muss man eine Automatikuhr aufziehen?

Wer sie täglich acht bis zehn Stunden trägt, muss sie nach den Anleitungen von Citizen, Orient und Seiko nicht aufziehen; der Rotor spannt die Feder beim Tragen. Liegt die Uhr, wird sie vor dem Anlegen voll aufgezogen. Seiko empfiehlt für eine Uhr, die nicht getragen wird, sie jeden Tag zur selben Zeit voll aufzuziehen.

Wie viele Kronenumdrehungen braucht eine stehende Automatikuhr?

Das steht in der Anleitung des Kalibers und ist nicht überall gleich. Orient nennt für das Kaliber F6T2 etwa 30 Umdrehungen, Citizen 40 für die Kaliber 82** und 41** und 50 für die 83**, Tissot auf der Webseite 40 bis 80, in der Anleitung rund 30 zum Anlaufen und 80 bis voll. Seiko nennt für die 4R35 und die 6R64 etwa 20 Umdrehungen, aber nur, um eine stehende Uhr in Gang zu setzen; voll ist sie damit nicht.

Kann man eine Automatikuhr überdrehen?

Nach Citizen, Seiko und Orient nicht: Die Feder werde nicht beschädigt, wenn man die Krone nach dem vollen Aufziehen weiterdreht, und bei Orient dreht die Krone dann einfach weiter. Die Tissot-Anleitung beschreibt eine Schleppfeder, die das Aufzugsystem bei voller Feder entkuppelt; nur die Tissot-Webseite spricht von einem Widerstand, bis zu dem man drehen soll.

Darf man eine Automatikuhr schütteln, damit sie anläuft?

Das hängt am Hersteller. Citizen nennt vorsichtiges Schütteln als Weg zum Aufziehen, Seiko das seitliche Schwenken, Orient das Schütteln einer stehenden Uhr. Tissot schreibt dagegen, man solle eine Uhr niemals schütteln, das beschädige das Uhrwerk. Wer die Anleitung nicht kennt, nimmt die Krone.

In welche Richtung dreht man die Krone?

Im Uhrzeigersinn, bei eingedrückter Krone. Das schreiben Citizen, Orient und Seiko und die Tissot-Webseite. In der Gegenrichtung dreht die Krone frei. Tissot nennt eine Ausnahme, das Swissmatic-Werk, und die Tissot-Anleitung für mechanische Uhren schreibt sogar „im oder gegen den Uhrzeigersinn (je nach Modell)“.

Warum läuft die Uhr nach dem Aufziehen nicht sofort an?

Weil die Feder zu Beginn wenig Kraft hat. Seiko erklärt, dass der Sekundenzeiger erst anläuft, wenn ein gewisses Drehmoment erreicht ist. Läuft sie nach der vollen Zahl an Umdrehungen nicht, war die Krone oft herausgezogen. Bleibt sie danach stehen, gehört sie zum Händler oder Uhrmacher.

Erst aufziehen oder erst die Uhrzeit stellen?

Erst aufziehen. Citizen nennt das als erste Anforderung in der Anleitung: Ist die Feder beim Stellen nicht ausreichend aufgezogen, bewegt sich der Sekundenzeiger zwei bis drei Sekunden hin und her. Seiko beschreibt für eine stehende Uhr dieselbe Reihenfolge, aufziehen, dann Zeit und Datum stellen, dann anlegen.

Quellen

  1. [1]Citizen, Bedienungsanleitung Kaliber 82**, 83** und 41** (PDF)· abgerufen 2026-10-23
  2. [2]Orient, User's Guide Kaliber F6T2: How to Wind the Mainspring· abgerufen 2026-10-23
  3. [3]Orient, User's Guide Kaliber F6T2: About the Product (Spezifikationen)· abgerufen 2026-10-23
  4. [4]Orient, User's Guide Kaliber F6T2: To Maintain Stable Operation· abgerufen 2026-10-23
  5. [5]Seiko, Online-Anleitung Kaliber 4R35 und 4R36: Aufziehen, Eigenschaften mechanischer Uhren, Genauigkeit, Störungssuche, Spezifikationen· abgerufen 2026-10-23
  6. [6]Seiko, Bedienungsanleitung Kaliber 6R64: Aufziehen, Gangreserveanzeige, Krone, Störungssuche· abgerufen 2026-10-23
  7. [7]Tissot, Bedienungsanleitung analoge mechanische Uhren (157_DE, PDF): Aufziehen, Schleppfeder, Schnellkorrektur· abgerufen 2026-10-23
  8. [8]Tissot, So ziehen Sie Ihre Uhr auf· abgerufen 2026-10-23

Welche Quellenarten wie gewichtet werden, steht auf Quellen.

Änderungen an diesem Beitrag

  1. 2026-10-23Querverweise auf den Überblick des Clusters (Eröffnung), auf den Datums-Ratgeber (fünfter Schritt) und auf den Revisions-Ratgeber (Suchvorschläge) ergänzt.
  2. 2026-10-23Berichtigung: Tissot-Bedienungsanleitung für mechanische Uhren (157_DE) ergänzt: rund 30 Umdrehungen zum Anlaufen, 80 bis voll, Schleppfeder, Drehrichtung je nach Modell. Sie widerspricht der Tissot-Webseite, beide stehen jetzt nebeneinander. Unbelegten Hinweis auf eine Orient-Bodennummer entfernt.
  3. 2026-10-23Ersterstellung. Die Anleitungen von Citizen, Orient, Seiko und Tissot zum Aufziehen nebeneinandergestellt: Kronenumdrehungen, Gangreserve, Tragezeit, Überdrehen und Schütteln. 61 Google-Suchvorschläge zu automatikuhr aufziehen ausgezählt.

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