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Ratgeber

Lesebrille oder Bildschirmbrille: Der Unterschied liegt im Abstand

Warum die Lesebrille am Monitor oft nicht passt: Abstand nach Arbeitsstättenregel, Kipprechnung nach Alter, Diagnosetabelle der Beschwerden und Anspruch beim Arbeitgeber.

Veröffentlicht
2026-10-10
Zuletzt geändert
geändert 2026-10-10
Zuletzt geprüft
geprüft 2026-10-10

Lesebrille oder Bildschirmbrille: Der Unterschied ist ein Abstand

Über Lesebrille oder Bildschirmbrille entscheidet eine einzige Zahl: wie weit der Bildschirm von den Augen entfernt ist. Liegt er ungefähr dort, wo man auch ein Buch hält, tut es oft die Lesebrille. Steht er weiter weg, und das tut er an einem ordentlich eingerichteten Arbeitsplatz fast immer, kippt die Antwort. Dann stellt die Lesebrille auf eine Entfernung scharf, in der kein Monitor steht.

Laut Arbeitsstättenregel für Bildschirmarbeit braucht es einen Sehabstand von mindestens 50 Zentimetern. Bei einem 24-Zoll-Monitor nennt sie einen Meter, wenn man den ganzen Inhalt ohne Kopfbewegung erfassen will. Eine Lesebrille mit +2,5 Dioptrien stellt dagegen ohne jede eigene Anstrengung auf 40 Zentimeter scharf, mit +2,0 auf einen halben Meter. Zwischen diesen Zahlen liegt das ganze Problem.

Dazu kommt das Alter. Solange das Auge selbst noch etwas nachstellen kann, deckt eine einzige Stärke Tastatur und Bildschirm ab. Wann das endet, lässt sich ausrechnen. Bei 70 Zentimetern Bildschirmabstand ist nach der Rechnung dieser Seite zwischen 51 und 54 Jahren Schluss, bei einem Meter schon zwischen 48 und 52. Danach braucht es zwei Stärken oder ein Glas, das beide enthält.

Gebaut ist diese Seite um eine Diagnosetabelle. Bei Beschwerden am Bildschirm sucht man dort die eigene, findet die wahrscheinliche Ursache und eine Abhilfe. Jede Zeile erklären die Abschnitte danach. Am Ende steht, welche Angaben man zum Betriebsarzt oder zum Augenoptiker mitbringt, damit die Brille für den eigenen Schreibtisch passt und nicht für einen gedachten.

Die Diagnosetabelle: Beschwerde, Ursache, Abhilfe

Zusammengefasst ist in der Tabelle, was Regelwerk und Studien zu den häufigsten Beschwerden am Bildschirm sagen. Sie ersetzt keine Untersuchung. Sie hilft aber, beim Termin die richtige Frage zu stellen. Wo eine Zeile auf eigener Rechnung beruht, steht das dabei.

Beschwerden am Bildschirm: wahrscheinliche Ursache und Abhilfe
BeschwerdeWahrscheinliche UrsacheAbhilfeHerkunft
Man beugt sich vor, um den Bildschirm scharf zu sehenDie Lesebrille stellt auf Buchabstand scharf, der Monitor steht weiter wegschwächere Stärke für den Bildschirm oder Bildschirmbrille; Abstand messenRechnung dieser Seite, bayerische Bildschirmbrillen-Bekanntmachung
Kopf im Nacken, Kinn gehoben, Nacken verspanntGleitsichtbrille: Der Nahbereich liegt unten im Glas, der Monitor zu hochMonitor tiefer stellen oder BildschirmgleitsichtStudien der Dortmunder Arbeitsgruppe Jaschinski, 2015
Bildschirm scharf, Papier und Tastatur unscharfStärke passt für den Monitor, reicht aber nicht für 40 ZentimeterMehrstärken- oder Bildschirmgleitsichtglas, notfalls zwei BrillenRechnung dieser Seite, bayerische Bekanntmachung
Brennende, trockene oder tränende Augenoft trockenes Auge durch selteneres, unvollständiges BlinzelnPausen, Blickwechsel, bei Dauer Augenarzt; die Brille allein hilft wenigÜbersichtsarbeit Sheppard und Wolffsohn 2018, DGUV Information 215-410
Kopfschmerzen, müde Augen, je länger der Tag dauertfehlende oder unpassende Nahkorrektur, lange Bildschirmzeitmessen lassen, Nahzusatz, UnterbrechungenJaschinski 2015, DGUV Information 215-410
Spiegelungen auf Brillenglas oder MonitorGläser ohne Entspiegelung, Lichtquellen im Rücken oder seitlichentspiegelte Gläser, Bildschirm anders aufstellenbayerische Bekanntmachung, Arbeitsstättenregel ASR A6
Doppelbilder oder ein Auge deutlich schlechterungleiche Augen oder ein Problem der Augenstellungaugenärztliche Untersuchung, keine Brille von der StangeUntersuchungsumfang nach AMR 14.1, bayerische Bekanntmachung

Mehrere Zeilen können zugleich zutreffen. Vorbeugen und abendliches Kopfweh haben oft dieselbe Ursache, eine Brille für den falschen Abstand. Trockene Augen bei guter Sicht dagegen löst keine neue Brille. Dem gehen die Abschnitte zu den einzelnen Beschwerden nach.

Lesebrille und Abstand zum Bildschirm: was die Arbeitsstättenregel sagt

„Lesebrille abstand bildschirm" schlägt die Autovervollständigung vor. Verbindlich beantwortet das die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A6 „Bildschirmarbeit" in der Ausgabe vom Juli 2024. Bildschirme sind danach so aufzustellen, dass ein Sehabstand von mindestens 500 Millimetern gegeben ist und die Sehachse ungefähr senkrecht auf die Mitte des Bildschirms trifft.

Wie weit es tatsächlich sein sollte, hängt von der Größe ab. Soll der gesamte Bildschirminhalt ohne Kopfbewegung erfasst werden, nennt die Regel eine Tabelle, die sie aus der DGUV Information 215-410 übernimmt. Als grobe Faustformel gibt sie die Bildschirmdiagonale mal 1,6 an.

Empfohlener Sehabstand nach Bildschirmdiagonale (ASR A6, Tabelle 2)
BildschirmdiagonaleSehabstandLesestärke, die dort ohne eigene Anstrengung scharf stellt
13 Zoll (330 mm)500 mm+2,0 dpt
15 Zoll (381 mm)600 mm+1,67 dpt
17 Zoll (432 mm)700 mm+1,43 dpt
19 Zoll (483 mm)800 mm+1,25 dpt
22 Zoll (559 mm)900 mm+1,11 dpt
24 Zoll (610 mm)1.000 mm+1,0 dpt

Bei der dritten Spalte handelt es sich nicht um eine Angabe der Regel, sondern um die einfache Umrechnung des Abstands in Dioptrien: eins geteilt durch den Abstand in Metern. Sie zeigt, welche Stärke ein Auge bräuchte, das selbst gar nicht mehr nachstellen kann. Niemand muss diese Werte kaufen. Sie machen aber sichtbar, wie weit eine Brille für das Buch mit +2,0 oder +2,5 davon entfernt ist.

Ausschlaggebend sei die jeweilige Arbeitsaufgabe, schreibt die Regel einschränkend. Wer nur Texte liest und keinen Überblick über den ganzen Bildschirm braucht, kann näher sitzen, aber nicht unter 50 Zentimeter. Für handgehaltene Geräte wie Scanner nennt die Regel 30 bis 60 Zentimeter, den Bereich zwischen dem Nahpunkt korrigierter Augen und der Armlänge.

Zur Höhe macht die Regel ebenfalls eine Angabe. Etwa 30 bis 35 Grad soll die Blicklinie aus der Waagerechten nach unten geneigt sein. Begründet wird das unter anderem mit der Belastung der Augen durch Blicksprünge und das Nachstellen der Linse. Gleitsichtträgern ist diese Höhe wichtig, dazu mehr bei der zweiten Beschwerde.

Den eigenen Arbeitsabstand messen

Was die Regel empfiehlt, ist das eine. Wie weit der eigene Monitor tatsächlich entfernt ist, zeigt erst das Maßband. Gemessen ist das in wenigen Minuten, und der Wert gehört zu jedem Termin beim Augenoptiker oder Betriebsarzt. Ohne ihn wird eine Bildschirmbrille für einen angenommenen Abstand gefertigt.

Arbeitsabstand messen

  • In der gewohnten Haltung hinsetzen, nicht aufrechter als sonst.

    Gemessen wird der Abstand, mit dem Sie tatsächlich arbeiten. Am besten mitten in einem normalen Arbeitstag.

  • Mit einem Maßband vom Augenwinkel zur Mitte des Bildschirms messen.

    Eine zweite Person hilft. Allein geht es mit einer Schnur, die man am Bildschirm hält und danach misst.

  • Dasselbe zur Tastatur und zu Papier oder Vorlagen auf dem Tisch.

    Die bayerische Bekanntmachung rechnet für die Tastatur mit etwa 40 Zentimetern. Der eigene Wert kann abweichen.

  • Bei mehreren Bildschirmen jeden einzeln messen.

    Nach der Arbeitsstättenregel sollen alle gleichrangig genutzten Bildschirme annähernd gleich weit entfernt sein.

  • Die Höhe notieren: Oberkante des Monitors über oder unter Augenhöhe.

    Für Gleitsichtträger entscheidet die Höhe darüber, ob der Kopf in den Nacken muss.

  • Bildschirmgröße in Zoll und die Art der Arbeit aufschreiben.

    Texte, Tabellen, Zeichnungen oder Kundengespräche über den Tisch stellen verschiedene Anforderungen.

Mit diesen Zahlen lässt sich die Tabelle oben lesen, und die Rechnung im nächsten Abschnitt wird zum eigenen Fall. Kommt man etwa auf 75 Zentimeter und trägt eine Lesebrille mit +2,0, weiß man damit schon, dass der Bildschirm jenseits dessen liegt, worauf die Brille ohne Anstrengung scharf stellt.

Ab welchem Alter eine Lesestärke nicht mehr für beides reicht

Eine Lesebrille sei für die Bildschirmarbeit geeignet, wenn sie ein ausreichend großes Sehfeld besitze und bei noch ausreichendem Akkommodationsvermögen scharfes Sehen zwischen Tastatur und Bildschirm ermögliche. So steht es in der bayerischen Bildschirmbrillen-Bekanntmachung von 2024, mit Abständen von etwa 40 Zentimetern zur Tastatur und 50 bis 80 Zentimetern zum Bildschirm. Der Halbsatz „bei noch ausreichendem Akkommodationsvermögen" ist der Kern. Wie lange reicht es?

So geht die Rechnung. Der Bildschirm soll scharf sein, ohne dass das Auge nachstellen muss, also darf die Brille höchstens so stark sein wie eins geteilt durch den Bildschirmabstand. Auf 40 Zentimetern, bei der Tastatur, braucht es 2,5 Dioptrien, und was die Brille nicht liefert, muss das Auge selbst beisteuern. Bequem ist das nur, wenn es dabei höchstens die Hälfte seiner Möglichkeiten nutzt. Wie viel das Auge in welchem Alter noch schafft, schätzen die Formeln von Hofstetter, mit einem Mindest- und einem Durchschnittswert.

Bis zu welchem Alter eine einzige Lesestärke Tastatur und Bildschirm bequem scharf stellt
Bildschirmabstandhöchste Stärke für den Bildschirmnötige Akkommodationbequem bis etwa (Mindest- bis Durchschnittswert)
50 cm+2,0 dpt1,0 dpt56 bis 58 Jahre
60 cm+1,67 dpt1,67 dpt53 bis 56 Jahre
70 cm+1,43 dpt2,14 dpt51 bis 54 Jahre
80 cm+1,25 dpt2,5 dpt50 bis 53 Jahre
100 cm+1,0 dpt3,0 dpt48 bis 52 Jahre

Je weiter der Bildschirm weg ist, desto früher reicht eine einzige Stärke nicht mehr. Das klingt paradox, denn ein ferner Bildschirm ist leichter zu sehen als ein naher. Es liegt an der Spanne: Zwischen Tastatur und einem Monitor auf einem Meter liegen 1,5 Dioptrien, zwischen Tastatur und einem Monitor auf 50 Zentimetern nur eine halbe. Diese Spanne muss das Auge selbst überbrücken.

Ein Beispiel macht es greifbar. Eine 52-jährige Sachbearbeiterin arbeitet an einem 24-Zoll-Monitor auf einem Meter und zu Hause am Laptop auf 50 Zentimetern. Am großen Monitor darf ihre Brille höchstens +1,0 haben. Für die Tastatur muss das Auge dann 1,5 Dioptrien beisteuern. Nach Hofstetters Formeln schafft es mit 52 noch 2,0 bis 2,9, die Hälfte davon sind 1,0 bis 1,45. Das reicht nicht ganz, sie arbeitet an der Grenze. Am Laptop dagegen darf die Brille +2,0 haben, und für die Tastatur fehlt nur noch eine halbe Dioptrie. Dieselbe Frau ist am Laptop bequem versorgt und am Monitor nicht.

Lässt man die Bequemlichkeit beiseite und nutzt die ganze Akkommodation, verschieben sich die Grenzen um einige Jahre nach hinten, bei 70 Zentimetern etwa auf 56 bis 58. So zu arbeiten ermüdet allerdings. Warum man nur die halbe Akkommodation einplant, belegt der Ratgeber zur Lesestärke mit Quellen.

Zwei Grenzen hat die Rechnung. Sie setzt Augen voraus, die ohne Brille in die Ferne scharf sehen, und sie lässt die Tiefenschärfe weg, die im Alter etwas Spielraum gibt. Eher früh als spät sind die Grenzen deshalb angesetzt. An der Richtung ändert das nichts: Irgendwann zwischen Anfang und Mitte 50 braucht man nach dieser Rechnung am Bildschirm entweder zwei Stärken oder ein Glas, das beide verbindet. Wie Alter, Abstand und Stärke im Einzelnen zusammenhängen, zeigt der Rechenweg vom Leseabstand zur Dioptrie.

Schriftgröße und Zoom: was die Regel zur Zeichenhöhe sagt

Vor der Frage nach einer neuen Brille steht die nach der Schrift. Nach der Verordnung über Arbeitsstätten muss Text auf dem Bildschirm entsprechend der Arbeitsaufgabe und dem Sehabstand scharf, deutlich und ausreichend groß dargestellt werden. Zeichengröße und Zeilenabstand müssen sich individuell einstellen lassen.

Werte dazu nennt die Arbeitsstättenregel. Sie entsprechen einem Sehwinkel von 22 bis 31 Bogenminuten und stammen aus der DGUV Information 215-410 und der Norm DIN EN ISO 9241-303.

Empfohlene Zeichenhöhe nach Sehabstand (ASR A6, Tabelle 1)
Sehabstandempfohlene Zeichenhöhe
500 mm3,2 bis 4,5 mm
600 mm3,9 bis 5,5 mm
700 mm4,5 bis 6,4 mm
800 mm5,2 bis 7,3 mm

Bei größeren Abständen hilft eine Formel der Regel: Mindestzeichenhöhe gleich Sehabstand geteilt durch 155. Zu große Zeichen verhindern den Lesefluss, deshalb soll die Höhe den Sehabstand geteilt durch 110 nicht überschreiten. Auf 70 Zentimetern ergibt das eine Spanne von gut 4,5 bis gut 6,4 Millimetern, passend zur Tabelle.

Für die Brille ist das kein Nebenthema. Ist die Schrift zu klein, rückt man näher heran, und der Abstand, für den die Brille gerechnet ist, stimmt nicht mehr. Wer die Zeichen auf die empfohlene Höhe vergrößert, kann den Monitor dort lassen, wo die Regel ihn haben will. Vergrößern ersetzt keine passende Stärke, verhindert aber, dass man sich einer falschen Stärke anpasst, indem man den Abstand ändert.

Beschwerde 1: Man rückt mit dem Kopf zum Bildschirm vor

Am häufigsten zeigt sich eine Lesebrille am Monitor an der Haltung. Man schiebt den Kopf nach vorn, bis der Text scharf wird. Das geschieht nicht aus Gewohnheit, sondern weil die Brille es so verlangt. Jede Plusstärke hat einen Fernpunkt, jenseits dessen nichts mehr scharf wird, egal wie sehr das Auge sich bemüht.

Bei typischen Lesestärken liegt dieser Punkt bei 100 Zentimetern für +1,0, bei 67 für +1,5, bei 50 für +2,0 und bei 40 für +2,5. Wer mit 55 Jahren eine Brille für Bücher auf 40 Zentimetern trägt, landet nach dem Rechenweg bei +1,5 bis +1,9. Der Fernpunkt dieser Brille liegt damit zwischen 53 und 67 Zentimetern. Ein Monitor auf 70 Zentimetern bleibt also unscharf, und der Kopf wandert nach vorn, bis er den Fernpunkt erreicht.

Mit 60 Jahren wird es deutlicher. Dann braucht man für das Buch rechnerisch +2,25 bis +2,5, und der Fernpunkt rückt auf 40 bis 44 Zentimeter heran. Schon die Mindestforderung der Arbeitsstättenregel von 50 Zentimetern ist mit dieser Brille nicht mehr scharf zu sehen. So sitzt man dem Bildschirm buchstäblich zu nah oder sieht ihn verschwommen.

Abhilfe schafft eine schwächere Stärke für den Bildschirm. Wie viel schwächer, ergibt sich aus dem gemessenen Abstand. Für jemanden mit gleichen Augen kann eine Fertigbrille in der passenden Stufe eine Übergangslösung sein. Ob sie es im eigenen Fall ist, entscheidet dieselbe Prüfung wie beim Buch, also Augenunterschied, Hornhautverkrümmung und Pupillenabstand. Was dabei geklärt werden sollte, steht im Ratgeber zur Frage, wann eine Fertiglesebrille genügt.

Vorbeugen hat übrigens eine zweite Folge. Wer näher heranrückt, verkürzt den Sehabstand unter das, was die Regel verlangt, und muss die Augen stärker nach innen richten. So beginnt die Beschwerde als Unschärfe und endet oft im Nacken.

Beschwerde 2: Kopf im Nacken, Schmerzen in Schulter und Nacken

Bei Gleitsichtträgern sieht die Haltung anders aus. Sie heben das Kinn, um durch den unteren Teil des Glases zu schauen, wo die Nahstärke sitzt. Steht der Bildschirm auf Augenhöhe oder darüber, legt man dafür den Kopf in den Nacken. Über Stunden summiert sich das.

Wie groß der Unterschied ist, hat eine Arbeitsgruppe um Jaschinski am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung in Dortmund gemessen. In einer Befragung von 175 Bildschirmarbeitern ab 35 Jahren hielten die 85 Träger einer Universalgleitsichtbrille den Kopf um etwa sieben Grad stärker angehoben als die Träger von Einstärkengläsern. Das klingt nach wenig, wird aber über viele Stunden gehalten.

Dieselbe Gruppe hat ausgemessen, wo der Monitor für Gleitsichtträger stehen sollte. Mit einer Universalgleitsichtbrille und bequemer Kopfhaltung sollte die Oberkante des Monitors bei einem Abstand von etwa 75 Zentimetern mindestens etwa 15 Zentimeter unter Augenhöhe liegen. Mit Gläsern, die eigens für den Bildschirm gefertigt sind, sind höhere Positionen möglich.

Gemessen wurde das mit einem neigbaren Messgerät, das ein Sehziel von nah bis unendlich verschieben konnte, während die Teilnehmenden den Kopf bequem auf einer Stütze hielten. So ließ sich für jede Blickneigung bestimmen, wo das Sehen scharf beginnt und wo es endet. Bei Universalgleitsicht reichten die scharfen Zonen bis in die Ferne und verliefen flacher, bei Bildschirmgleitsicht steiler und endeten in mittlerer Entfernung.

Am einfachsten ist eine Abhilfe, die nichts kostet: den Monitor tiefer stellen, bis an die Tischplatte, wenn es sein muss. Ohnehin fordert die Arbeitsstättenregel, dass Bildschirme ohne großen Kraftaufwand höhenverstellbar sind, und empfiehlt an büroähnlichen Arbeitsplätzen, dass die Unterkante möglichst bis auf die Tischoberfläche abgesenkt werden kann. Reicht das nicht, weil der Bildschirm groß ist oder mehrere nebeneinander stehen, ist eine Bildschirmbrille der nächste Schritt.

Beschwerde 3: Bildschirm scharf, Papier und Tastatur nicht

Spiegelbildlich zur ersten verhält sich die dritte Beschwerde. Mit einer Brille für den Bildschirm, schwächer als die Lesebrille, sieht man den Monitor gut. Fällt der Blick auf ein Blatt Papier, eine Vorlage oder die Beschriftung der Tasten, verschwimmt es. Scharf stellt die Brille auf 70 Zentimeter, das Papier liegt bei 40.

Wie schnell das zum Problem wird, zeigt die Tabelle zum Alter. Bis Anfang 50 schafft das Auge den Sprung vom Bildschirm zur Tastatur meist selbst. Danach nicht mehr, und dann ist jede Einstärkenbrille ein Kompromiss: entweder für den Bildschirm oder für das Papier, nicht für beides.

Drei Glasarten nennt die bayerische Bekanntmachung für diesen Fall: Einstärkengläser, Mehrstärkengläser und spezielle Bildschirmgleitsichtgläser. Einstärkengläser seien vorzuziehen, wenn Addition und Akkommodation es erlauben. Sonst braucht es ein Glas mit zwei Bereichen oder einem fließenden Übergang zwischen Bildschirm- und Leseabstand.

Ohne neue Gläser bleiben zwei Behelfe. Man kann die Vorlage näher an den Bildschirm rücken, etwa auf einen Halter neben dem Monitor; die Verordnung über Arbeitsstätten verpflichtet den Arbeitgeber, auf Wunsch einen Manuskripthalter bereitzustellen, wenn sich eine gute Arbeitshaltung anders nicht erreichen lässt. Oder man wechselt zwischen zwei Brillen, was bei häufigem Blickwechsel lästig ist.

Beschwerde 4: brennende, trockene oder tränende Augen

Nicht jede Beschwerde am Bildschirm hat mit der Brille zu tun. Eine Übersichtsarbeit der Aston University in Birmingham teilt die Symptome der digitalen Augenbelastung in zwei Gruppen. Zur einen gehört alles, was am Scharfstellen und am Zusammenspiel beider Augen hängt, zur anderen äußere Beschwerden, die mit trockenen Augen zusammenhängen. Unter Computernutzern schätzen die Autoren die Häufigkeit auf 50 Prozent oder mehr.

Als messbare Größen der zweiten Gruppe nennen sie die Häufigkeit und Vollständigkeit des Lidschlags. Ein seltenerer Lidschlag bei der Arbeit am Computer sei in zahlreichen Studien beobachtet worden. In einer davon sank er von 18,4 auf 3,6 Lidschläge pro Minute, in einer anderen von 22 auf 7. Auch unvollständige Lidschläge waren beim Lesen am Tablet oder Monitor häufiger als auf Papier. Daran ändert keine Brille etwas. Als Maßnahmen nennt die Arbeit die Behandlung des trockenen Auges und regelmäßige Pausen. Erwähnt wird die 20-20-20-Regel der American Optometric Association: alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf etwas in gut sechs Metern Entfernung schauen. Häufige kurze Pausen könnten Scharfstellen und Augenstellung entspannen, ohne die Arbeit zu bremsen.

Auch die DGUV Information 215-410 zählt brennende und tränende Augen zu den asthenopischen Beschwerden, neben Kopfschmerzen und Flimmern vor den Augen. Als Ursachen nennt sie Einschränkungen des Sehvermögens und einen mangelhaft gestalteten Arbeitsplatz, vor allem schlechte Beleuchtung. Als Grund kommt eine unpassende Brille also in Frage, aber nicht als einziger.

Auch für Pausen gibt es eine Rechtsgrundlage. Nach der Verordnung über Arbeitsstätten hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die Arbeit am Bildschirm durch andere Tätigkeiten oder regelmäßige Erholungszeiten unterbrochen wird. Bei trockenen Augen gehören sie genutzt. Halten die Beschwerden an, gehört die Frage in eine Augenarztpraxis, nicht an das Brillenregal.

Beschwerde 5: Kopfschmerzen und müde Augen am Nachmittag

Kopfschmerzen, die morgens fehlen und nachmittags da sind, gehören zur ersten Symptomgruppe: zum Scharfstellen. Den ganzen Tag arbeiten die Augen gegen eine Entfernung an, für die die Brille nicht gemacht ist, oder gegen eine Alterssichtigkeit, die gar nicht korrigiert ist. Mit den Stunden wächst die Belastung.

Genau das fand die Dortmunder Befragung bei einer Untergruppe. 25 Teilnehmende zwischen 36 und 57 Jahren, im Mittel 44, arbeiteten mit einer reinen Fernbrille ohne Nahzusatz an anspruchsvollen Aufgaben. Bei ihnen stiegen Augenbelastung, Muskelbeschwerden und Kopfschmerzen mit der täglichen Bildschirmzeit, und die Dauer erklärte bis zu 44 Prozent der Unterschiede. In der Gesamtgruppe war der Zusammenhang deutlich schwächer.

In der Übersichtsarbeit aus Birmingham heißen die Beschwerden meist vorübergehend, aber oft wiederkehrend und anhaltend. Messbar sind sie mit Fragebögen oder mit objektiven Werten, etwa der Flimmerverschmelzungsfrequenz, dem Lidschlag oder der Fähigkeit zum Scharfstellen. Objektive und subjektive Werte passten nicht immer zusammen. Beschwerden sollte man deshalb ernst nehmen, auch wenn ein einzelner Test unauffällig ausfällt.

Ausdrücklich nennen die Autoren den fehlenden Nahzusatz bei beginnender Alterssichtigkeit als Risikofaktor für Beschwerden bei langer Bildschirmarbeit. Als Abhilfe bleibt: messen lassen, ob die Brille zum Abstand passt, und bei Bedarf einen Zusatz für die Nähe einbauen lassen. Dazu kommen die Unterbrechungen, die schon beim trockenen Auge helfen.

Kopfschmerzen können viele Ursachen haben. Genannt ist in der Tabelle die wahrscheinlichste am Bildschirm, nicht die einzige. Bleiben die Beschwerden trotz passender Brille, gehören sie zum Betriebsarzt oder in die Hausarztpraxis.

Beschwerde 6: Spiegelungen und Blendung

Spiegelungen haben zwei Quellen. Eine ist der Bildschirm selbst, auf dem sich Fenster oder Lampen abzeichnen. Laut Verordnung über Arbeitsstätten sind Bildschirme so aufzustellen, dass ihre Oberflächen frei von störenden Reflexionen und Blendungen sind, und die Arbeitsstättenregel konkretisiert das. Hier hilft die Aufstellung, nicht die Brille.

Auch die Beleuchtung gehört dazu. Sie muss nach der Verordnung der Arbeitsaufgabe entsprechen und an das Sehvermögen der Beschäftigten angepasst sein, und zwischen Bildschirm und Umgebung ist ein angemessener Kontrast zu gewährleisten. Helligkeit und Kontrast der Anzeige müssen sich einfach einstellen lassen. Ein zu heller Bildschirm in einem dunklen Raum oder umgekehrt strengt an, ganz gleich, welche Brille man trägt.

Zweite Quelle ist das Brillenglas. Ohne Entspiegelung wirft es Licht zurück, das am Bildschirm stört. Nach der bayerischen Bekanntmachung müssen Bildschirmbrillen entspiegelt sein, getönte Gläser hält sie für ungeeignet. Bei Fertiglesebrillen ist Entspiegelung nicht selbstverständlich; was Fachleute dazu sagen und worauf man achtet, steht im Abschnitt zu Beschichtung und Fertigung von Fertigbrillen.

Warum getönte Gläser ungeeignet sind, begründet die Bekanntmachung nicht. Wer draußen auf ein Display schaut, kennt ein verwandtes Problem. Durch polarisierte Sonnengläser werden manche Bildschirme in bestimmten Winkeln dunkel, wie der Ratgeber zum Polfilter und zu dunklen Displays erklärt.

Beschwerde 7: Doppelbilder oder ein Auge deutlich schlechter

Bei der letzten Zeile der Diagnosetabelle geht es um den seltensten Fall und den, bei dem keine Brille aus dem Handel hilft. Wer am Bildschirm zeitweise doppelt sieht oder beim Abdecken eines Auges merkt, dass das andere deutlich schlechter sieht, braucht eine Untersuchung, keine neue Stufe.

Genau dafür ist die Vorsorge gebaut. Nach der Arbeitsmedizinischen Regel 14.1 gehören die Prüfung der Augenstellung, des zentralen Gesichtsfelds und des Farbsinns zur angemessenen Untersuchung, nicht nur die Sehschärfe. Einen konkreten Anlass für die augenärztliche Untersuchung nennt die bayerische Bekanntmachung: Anhaltspunkte dafür, dass eine Brille mit Prismen nötig ist, also mit Gläsern, die eine Fehlstellung der Augen ausgleichen.

Probleme des Zusammenspiels beider Augen rechnet die Übersichtsarbeit aus Birmingham zur ersten Symptomgruppe der digitalen Augenbelastung. Ausgleichen kann das keine Fertiglesebrille, denn ihre Gläser sind gleich stark und haben keine Prismen. Hier ist der Weg über den Betriebsarzt oder direkt in die Augenarztpraxis der richtige, auch wenn die Beschwerde nur nachmittags auftritt.

Mitte 40 und noch ohne Lesebrille am Bildschirm

Im Mittel 44 Jahre alt war die Dortmunder Untergruppe mit reiner Fernbrille. In diesem Alter fängt die Alterssichtigkeit gerade erst an; die bayerische Bekanntmachung setzt den Beginn bei etwa 45 Jahren an, bei Weitsichtigen auch schon früher. Am Bildschirm kann sie später auffallen als beim Buch, weil der Monitor weiter weg steht als die Zeitung.

Das macht die Lage tückisch. Man sieht den Bildschirm scharf, aber das Auge arbeitet dafür härter als früher. Erst am Nachmittag meldet es sich. Spätestens ab Mitte 40 gehört deshalb die eigene Arbeitszeit am Bildschirm in die Abwägung.

Nüchtern beschreibt die DGUV Information den Vorgang. Mit dem Alter lässt die Fähigkeit der Linse nach, durch Formveränderung scharfes Sehen in der Nähe zu ermöglichen. Dadurch verschiebt sich der Nahpunkt, der Abstand, in dem man gerade noch scharf sieht, nach außen. Daneben nennt sie die Kurzsichtigkeit als häufige Fehlsichtigkeit, von der etwa 35 Prozent der Bevölkerung betroffen seien.

Für diese Gruppe kann eine schwache Lesebrille am Bildschirm schon helfen, sofern die Augen gleich sind und sonst gut sehen. Maßgeblich für die Stufe ist der Bildschirmabstand, nicht das Alter allein. Mit 45 und einem Bildschirm auf 60 Zentimetern ergibt der Rechenweg mit halber Reserve noch gar keinen Bedarf. Bei langer, anspruchsvoller Arbeit kann das Auge trotzdem an seine Grenze kommen, wie die Dortmunder Untergruppe zeigt. Messen lassen sollte man die genaue Stärke deshalb trotzdem.

Wer bereits eine Fernbrille trägt, steht vor einer anderen Wahl. Nach dem Befund der Dortmunder Gruppe war gerade die reine Fernbrille ohne Nahzusatz der Risikofaktor. Für sie ist der Augenoptiker oder der Betriebsarzt die richtige Adresse, nicht die Fertigbrille.

Bildschirmbrille bei Kurz- oder Weitsichtigkeit

„Bildschirmbrille bei kurzsichtigkeit" und „bildschirmbrille bei weitsichtigkeit" sind eigene Suchen, und die Rechnung dieser Seite gilt für beide nur eingeschränkt. Sie setzt Augen voraus, die ohne Brille in die Ferne scharf sehen. Kurz- und Weitsichtigkeit verschieben alle Werte.

Leicht Kurzsichtige haben einen eigenen Fernpunkt: Ihr Auge sieht ohne Brille bis zu einer bestimmten Entfernung scharf, bei −1,5 Dioptrien bis etwa 67 Zentimeter. Das ist dieselbe Kehrwertrechnung wie bei der Lesebrille, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Bei ihnen kann der Bildschirm ohne Brille scharf sein, während die Fernbrille ihn unscharf macht. Eine Fertiglesebrille ist dann die falsche Antwort, die richtige ergibt sich aus der Messung.

Weitsichtige brauchen nach der bayerischen Bekanntmachung auch schon früher eine Lesebrille, und am Bildschirm entsprechend früher Unterstützung. In der spanischen Studie profitierten Fehlsichtige seltener von den Arbeitsplatzgläsern als Normalsichtige; die Chance auf eine deutliche Besserung war bei ihnen geringer. Das spricht nicht gegen die Gläser, wohl aber dafür, dass bei Fehlsichtigen die Messung und die Fertigung genauer sein müssen.

Für beide Gruppen gilt, was die Dortmunder Befragung bei der Untergruppe mit reiner Fernbrille fand: Eine Brille, die nur die Ferne korrigiert, lässt die Nähe ungelöst, und am Bildschirm summieren sich die Folgen über den Tag. Schließen kann diese Lücke keine Lesebrille von der Stange, weil sie die vorhandene Fehlsichtigkeit nicht kennt.

Was eine Bildschirmbrille ist: Einstärken, Mehrstärken, Bildschirmgleitsicht

Der Begriff Bildschirmbrille hat eine amtliche Bedeutung. Unterschieden werden in der bayerischen Bekanntmachung normale und spezielle Sehhilfen. Normale Sehhilfen korrigieren eine Fehlsichtigkeit und genügen den Sehanforderungen des Alltags, darunter Fernbrillen, Gleitsichtbrillen und Lesebrillen. Spezielle Sehhilfen sind an die Bedingungen der Bildschirmarbeit angepasst und eignen sich nicht als Alltagsbrille.

Damit ist die Frage „lesebrille gleich bildschirmbrille" beantwortet. Eine Lesebrille ist nach dieser Einteilung eine normale Sehhilfe. Sie kann am Bildschirm genügen, unter den Bedingungen, die im Abschnitt zum Alter beschrieben sind. Eine Bildschirmbrille ist dagegen für die Abstände des eigenen Arbeitsplatzes gemacht und taugt dafür woanders weniger.

Drei Arten von Gläsern nennt die Bekanntmachung. Einstärkengläser haben eine Stärke für einen Bereich, etwa den Bildschirm. Mehrstärkengläser haben zwei oder drei abgegrenzte Bereiche. Spezielle Bildschirmgleitsichtgläser verbinden Bildschirm- und Leseabstand mit einem fließenden Übergang; ihre Wirkungsbereiche werden nach den angegebenen Hauptsehentfernungen so angepasst, dass in normaler Kopfhaltung gearbeitet werden kann. Gläser und Fassung müssen dazu ausreichend groß sein.

Für alle drei gilt eine Bedingung. Kontaktlinsen und Universalgleitsichtgläser erfüllen nach der Bekanntmachung grundsätzlich nicht die Anforderungen an eine Bildschirmbrille. Wer im Kundenkontakt regelmäßig über den Tisch schaut, kann den oberen Teil auf diese Entfernung korrigieren lassen. Technisch bedingt wird dadurch der Bereich für den Bildschirm schmaler, und je nach Nahzusatz kann die Eignung stark leiden.

Wer entscheidet, welche Art es wird? Nach der bayerischen Bekanntmachung stellt der Betriebsarzt Notwendigkeit und Art der Bildschirmbrille fest und legt, wenn keine augenärztliche Untersuchung nötig ist, auch den Glastyp fest: Einstärken, Mehrstärken oder Bildschirmgleitsicht. Der Augenoptiker bestimmt danach die Werte und fertigt die Brille. Kommt man ohne den Weg über den Betrieb direkt zum Augenoptiker, trifft er diese Wahl mit dem Kunden, und dann zählen die eigenen Angaben zum Arbeitsplatz umso mehr.

Gleitsichtbrille am Bildschirm: was drei Studien zeigen

Viele, die eine Lesebrille brauchen und zugleich in die Ferne schlecht sehen, tragen eine Universalgleitsichtbrille. Sie ist für den Alltag gemacht: oben die Ferne, unten das Buch, dazwischen ein fließender Übergang. Der Bildschirm liegt in diesem Übergang.

In einer Feldstudie der Dortmunder Gruppe trugen 23 Beschäftigte je zwei Wochen eine Universalgleitsichtbrille und eine Bildschirmgleitsichtbrille, ohne zu wissen, welche welche war. Mit den Bildschirmgläsern hielten sie den Kopf am Monitor um 2,3 Grad tiefer, und die Sicht am Bildschirm bewerteten sie besser. In die Ferne sahen sie mit den Alltagsgläsern besser, wie zu erwarten. Ohne Wissen um die Gläser bevorzugten 61 Prozent die Bildschirmgläser. Nach voller Aufklärung und acht weiteren Wochen waren es 44 Prozent.

Vier Wochen dauerte der verblindete Teil: Die ersten beiden dienten der Eingewöhnung, in den Wochen drei und vier wurde bewertet. Fotos der Arbeitsplätze halfen, Haltung und Aufstellung zu erfassen. Am Ende, schließen die Autoren, bevorzugte etwa die Hälfte die eine, die andere Hälfte die andere Brille, und persönliche Faktoren spielten dabei eine Rolle.

Deutlicher fiel eine spanische Studie aus. 69 Beschäftigte zwischen 46 und 69 Jahren trugen an Desktop-Arbeitsplätzen je drei Monate eine Gleitsichtbrille und Arbeitsplatzgläser. Zu Beginn hatten 68,1 Prozent Beschwerden im Sinne eines Computer-Vision-Syndroms, nach drei Monaten Gleitsicht 33,3 Prozent, nach drei Monaten Arbeitsplatzgläsern 18,8 Prozent. 73,9 Prozent wählten am Ende die Arbeitsplatzgläser für den Bildschirm, 17,4 Prozent die Gleitsicht.

Überwiegend fehlsichtig waren die Teilnehmenden der spanischen Studie, 78,3 Prozent, und knapp zwei Drittel hatten eine fortgeschrittene Alterssichtigkeit. Mehr als die Hälfte arbeitete über sechs Stunden täglich an digitalen Geräten. Zufrieden oder sehr zufrieden waren mit den Arbeitsplatzgläsern 89,8 Prozent, mit der Gleitsicht 71 Prozent. Gemessen wurde mit einem Fragebogen zu Beschwerden, vor dem Wechsel und nach einer Woche, einem Monat und drei Monaten.

Beide Studien sind klein, und beide zeigen, dass nicht jeder gleich profitiert. In der spanischen Arbeit besserten sich Normalsichtige häufiger als Fehlsichtige. In der deutschen hing die Vorliebe von persönlichen Faktoren ab. Eine dritte Arbeit aus Jena mit 32 Teilnehmenden, deren Alterssichtigkeit künstlich erzeugt wurde, fand bei der Muskelaktivität im Schulterbereich keinen Unterschied zwischen den Glasarten, wohl aber eine klar bessere Bewertung der Bildschirmgläser. Einheitlich ist die Richtung: Am Bildschirm schneiden Gläser für den Bildschirm besser ab als Gläser für alles.

Fertigbrillen mit Computer im Namen: 46 Angebote ausgezählt

Im Handel tragen manche Fertiglesebrillen den Namen Computerbrille. Was steckt dahinter? Für diese Seite wurden am 10. Oktober 2026 die Treffer der ersten Ergebnisseite einer Amazon-Suche nach „lesebrille computer" geöffnet, ohne Anzeigen. Von 48 organischen Treffern blieben 46 Fertiglesebrillen mit fester Stärke; ausgeschlossen waren eine Brille ohne Stärke und eine sogenannte Autofokus-Brille. Ausgewertet sind Titel und Stichpunkte, dazu Beschreibung, Datenfelder und der Herstellerteil.

42 der 46 Angebote nennen Bildschirm, Computer, Tablet oder Smartphone, als Einsatzort oder als Quelle des Lichts, vor dem der Filter schützen soll. Fünf sprechen ausdrücklich von Bildschirmarbeit oder nennen Bildschirme im Titel, etwa „Ideal für Bildschirm Computer PC Arbeiten Büro" oder „taugt hervorragend zur Bildschirmarbeit".

Einen Arbeitsabstand nennt keines. Kein einziges der 46 Angebote sagt, für welche Entfernung die Brille gedacht ist, und keines rät für den Bildschirm zu einer schwächeren Stufe als für das Buch. Alle Zentimeterangaben in den Texten betrafen Verpackung oder Maße der Brille. Einen Pupillenabstand nennt genau eines, eine Halbrandbrille mit „60±1 mm" im Herstellerteil. Ein weiteres spricht von einem „Standard-Pupillenabstand", ohne Wert.

Auffällig ist ein zweites Muster. Sieben der 46 Angebote verbinden die Brille ausdrücklich mit stundenlanger oder ganztägiger Nutzung am Bildschirm oder an Geräten, etwa „für jemanden, der den ganzen Tag auf einen Bildschirm schauen muss", oder ein Titel, der eine Lesebrille „für den ganzen Tag" verspricht. Neun weitere versprechen einen bequemen Sitz der Fassung über den ganzen Tag, was etwas anderes ist. Fachleute sehen gerade die ganztägige Arbeit am Bildschirm als Fall für eine angepasste Brille; die Stimmen dazu sammelt der Ratgeber zur Wahl zwischen Fertigbrille und Augenoptik.

Unterm Strich: Das Wort Computer im Namen sagt nichts darüber, ob die Brille zum eigenen Bildschirm passt. 42 der 46 Angebote werben mit einem Blaufilter, und darauf zielt das Wort meist. Gewählt wird die Stärke in denselben Stufen wie bei jeder Lesebrille, und welche davon zum Monitor passt, rechnet man selbst. Wie selten Angebote auch sonst den Abstand der Glasmitten angeben, zeigt die Herren-Auswertung zu Pupillenabstand und Zentrierung.

Gleitsicht von der Stange: drei Zonen ohne Zahlen

Zwei der 46 Angebote fallen aus dem Muster. Sie stammen vom selben Anbieter und heißen Gleitsichtbrille, im Datenfeld steht „Linsentyp: Varifokal". Beschrieben wird ein Glas mit drei Zonen: oben klare Sicht in etwa einem Meter Entfernung, ideal für Gespräche und beim Gehen; in der Mitte reduzierte Stärke für komfortables Arbeiten am Computer; unten volle Stärke für das Lesen.

Das ist im Prinzip der Aufbau eines Arbeitsplatzglases. Nur fehlen die Zahlen. Wie stark die Mitte ist, wie breit sie ist und für welchen Bildschirmabstand sie gedacht ist, steht nirgends. Bei der angegebenen Stärke von +2,0 oder +2,5 handelt es sich nach der Beschreibung um die volle Stärke der unteren Zone. Voraussetzung für die obere Zone auf einen Meter ist, dass man in die Ferne sonst ohne Brille gut sieht.

Eine angepasste Bildschirmgleitsichtbrille wird nach den gemessenen Hauptsehentfernungen gefertigt, so beschreibt es die bayerische Bekanntmachung, und zentriert auf die eigenen Augen. Mit festen Zonen geht das nicht. Ob ihre Mitte zum eigenen Monitor passt, ist Zufall, und ein Zufall, den man erst am Schreibtisch bemerkt.

Wer so eine Brille ausprobieren will, sollte vorher den eigenen Abstand kennen und beim Aufsetzen prüfen, ob der Bildschirm in normaler Kopfhaltung scharf ist. Muss das Kinn hoch oder tief, passt die Mitte nicht.

Bildschirmbrille mit Blaufilter: sinnvoll?

„Bildschirmbrille blaufilter sinnvoll" fragt die Autovervollständigung, und die Marktauszählung erklärt, warum: 42 der 46 Angebote werben mit einem Blaufilter. Gemischt nennt die Übersichtsarbeit aus Birmingham die Ergebnisse zu blaulichtfilternden Gläsern bei digitaler Augenbelastung.

Für die Beschwerden aus der Diagnosetabelle spielt der Filter kaum eine Rolle. Er ändert nichts am Abstand, auf den die Brille scharf stellt, nichts an der Kopfhaltung und nichts am seltenen Blinzeln. Eine Brille mit Blaufilter in der falschen Stärke bleibt eine Brille in der falschen Stärke. Einen Filter erwähnt die bayerische Bekanntmachung für Bildschirmbrillen nicht, wohl aber die Entspiegelung.

Was Studien und ein Cochrane-Review zu Blaufiltern im Einzelnen fanden und wie die Filterquoten auf den Packungen zu lesen sind, zeigt die Auswertung von Filterquoten und Studien zu Blaufiltergläsern. Für die Wahl zwischen Lesebrille und Bildschirmbrille ist der Filter ein Nebenschauplatz.

Laptop, Tablet, Smartphone, zwei Monitore

Der Laptop verschiebt die Rechnung. Ein 13-Zoll-Gerät gehört nach der Arbeitsstättenregel auf 50 Zentimeter. Damit rückt der Bildschirm in den Bereich der Lesebrille, und eine Brille für das Buch kann am Laptop gut funktionieren, wo sie am großen Monitor versagt. Beim Wechsel zwischen beidem braucht es womöglich zwei Lösungen.

Handgehaltene Geräte sieht die Regel bei 30 bis 60 Zentimetern. Das Smartphone hält man nach einer Messung, die der Ratgeber zur Lesestärke zitiert, im Mittel auf 32 bis 36 Zentimetern, also eher näher als ein Buch. Es braucht deshalb eher mehr Stärke als die Lesebrille. Solange sie nur eine Stärke hat, deckt keine einzelne Brille Smartphone, Laptop und großen Monitor ab.

Bei mehreren Monitoren verlangt die Regel, dass alle gleichrangig genutzten Bildschirme annähernd gleich weit entfernt sind und möglichst nahe nebeneinander stehen. Für die Brille ist das eine gute Nachricht, denn ein gemeinsamer Abstand bedeutet eine gemeinsame Stärke. Für Gleitsichtträger bleibt die Breite ein Problem: Je mehr Monitore nebeneinander stehen, desto mehr Kopf- und Augenbewegungen braucht es, und genau die will die Regel klein halten.

Bei Laptops und Tablets am Arbeitsplatz macht die Verordnung über Arbeitsstätten eine Einschränkung. Tragbare Geräte ohne Trennung zwischen Bildschirm und Eingabe, also vor allem Geräte ohne eigene Tastatur, dürfen nur dort betrieben werden, wo sie kurzzeitig genutzt werden oder die Aufgabe mit keinem anderen Gerät zu erledigen ist. Ganztags am Tablet zu arbeiten, ist also nicht nur ein Brillenproblem.

Wer viel an verschiedenen Orten arbeitet, mit Laptop, Tablet und Handy, und dazu Schreibkram auf Papier erledigt, kommt mit einer Lesebrille in einer festen Stärke an Grenzen. In den Damen- und Herrenvergleichen dieses Clusters zeigt sich, wie verbreitet Sets mit mehreren gleichen Brillen sind. Für verschiedene Abstände helfen sie nur, wenn man darin verschiedene Stärken wählt. Welche Bauformen für eine Brille am Schreibtisch, an der Kette oder in der Tasche taugen, zeigt die Fall-Tabelle der Damen-Lesebrillen nach Tragesituation.

Bildschirmbrille vom Arbeitgeber: wann ein Anspruch besteht

„Bildschirmbrille arbeitgeber" steht unter den Vorschlägen der Suchmaschine zum Wort Bildschirmbrille an erster Stelle, dazu kommen Fragen zu Pflicht, Antrag und Häufigkeit. Grundlage ist die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge. Bei Tätigkeiten an Bildschirmgeräten muss der Arbeitgeber eine Vorsorge anbieten, die eine angemessene Untersuchung der Augen und des Sehvermögens enthält.

Entscheidend sind die beiden Bedingungen: Spezielle Sehhilfen müssen notwendig sein, und normale dürfen nicht genügen. Wie die Prüfung abläuft, beschreibt die bayerische Bekanntmachung. Zuerst wird geprüft, ob mit der Alltagsbrille, also Gleitsicht-, Fern- oder Lesebrille, eine ausreichende Sehschärfe in Bildschirmdistanz erreicht wird. Ist eine Anpassung der Alltagsbrille nötig, erfolgt zuerst diese. Erst wenn danach weiter Bedarf besteht, kommt eine Bildschirmbrille in Frage.

Das Alter allein begründet demnach keinen Anspruch. Mit 55, einer Lesebrille und gutem Sehen am Bildschirm hat man keinen. Wer aber, wie im Abschnitt zum Alter gerechnet, mit keiner einzelnen Stärke mehr Tastatur und Bildschirm abdeckt, kann einen haben. Ob das zutrifft, stellt nach der DGUV Information der Betriebsarzt im Rahmen der Vorsorge fest.

In einem Satz fasst die bayerische Bekanntmachung die Schwelle zusammen: Wer bei der Bildschirmarbeit keine Beschwerden durch Fehlsichtigkeit hat und in Bildschirmdistanz ausreichend scharf sieht, benötigt keine spezielle Sehhilfe. Umgekehrt heißt das: Wer Beschwerden hat oder auf dem Abstand des eigenen Monitors nicht scharf sieht, sollte die Vorsorge in Anspruch nehmen und das dort sagen.

Geltung hat die bayerische Bekanntmachung für den öffentlichen Dienst des Freistaats und regelt dort auch Antrag und Erstattung. Ihre Rechtsgrundlage, die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge, gilt bundesweit für alle Arbeitgeber. Wie der Antrag im eigenen Betrieb läuft, erfährt man beim Betriebsarzt oder in der Personalabteilung.

Vorsorge beim Betriebsarzt: was geprüft wird und wie oft

Was zur angemessenen Untersuchung gehört, legt die Arbeitsmedizinische Regel 14.1 fest, die die DGUV Information 215-410 wiedergibt. Dazu gehören ein ärztliches Gespräch über Vorgeschichte und aktuelle Beschwerden und, bei Bedarf und mit Einwilligung, ein Sehtest. Er umfasst die Sehschärfe in Nähe und Ferne unter Berücksichtigung der arbeitsplatzrelevanten Sehabstände, die Stellung der Augen, das zentrale Gesichtsfeld und den Farbsinn.

Ziel der Vorsorge ist nach der Regel, Gesundheitsbeschwerden durch die Arbeit am Bildschirm zu verhindern oder früh zu erkennen. Dazu muss der Arbeitgeber die Untersuchung schriftlich anbieten. Den Sehtest kann nach der bayerischen Bekanntmachung statt des Betriebsarztes auch eine andere fachkundige Person übernehmen. Der DGUV-Grundsatz für Bildschirmarbeitsplätze empfiehlt eine umfassende Vorgeschichte: Augenbeschwerden und Augenerkrankungen, Beschwerden des Bewegungsapparats, Bluthochdruck, Stoffwechselerkrankungen, Dauermedikamente und die Arbeitsbedingungen selbst.

Der Halbsatz „unter Berücksichtigung arbeitsplatzrelevanter Sehabstände" ist für dieses Thema der wichtigste. Gemessen werden soll nicht nur, ob man in der Nähe und in der Ferne gut sieht, sondern ob man auf den Abständen des eigenen Arbeitsplatzes gut sieht. Dafür muss man sie kennen, und deshalb steht die Messanleitung oben auf dieser Seite.

Zu den Fristen nennt die DGUV Information die Arbeitsmedizinische Regel 2.1. Angeboten wird die erste Vorsorge innerhalb von drei Monaten vor Aufnahme der Tätigkeit, die zweite innerhalb von zwölf Monaten danach, jede weitere spätestens 36 Monate nach der vorigen. Das beantwortet auch „bildschirmbrille arbeitgeber wie oft": Spätestens alle drei Jahre steht die Vorsorge also an, und mit ihr kommt die Brillenfrage erneut auf den Tisch.

Hat der Arbeitgeber Kenntnis von einer Erkrankung, die mit der Tätigkeit zusammenhängen kann, muss er die Vorsorge nach der Verordnung unverzüglich anbieten; für Sehbeschwerden gilt das entsprechend. Außerdem können Beschäftigte auf eigenen Wunsch eine Vorsorge verlangen, es sei denn, nach der Beurteilung der Arbeitsbedingungen ist nicht mit einem Gesundheitsschaden zu rechnen. Erweist sich eine augenärztliche Untersuchung als erforderlich, ist sie zu ermöglichen.

Beruhigend ist ein Satz der DGUV Information: Nach derzeitigem Kenntnisstand seien bei Erwachsenen Schädigungen des Sehorgans durch Bildschirmarbeit nicht zu erwarten. Gedacht ist die Vorsorge dafür, Fehlsichtigkeiten zu erkennen und gut zu korrigieren. Sie ist kein Zeichen dafür, dass der Bildschirm die Augen angreift.

Bildschirmbrille auch zum Lesen oder im Alltag?

„Bildschirmbrille auch zum lesen" und „bildschirmbrille auch im alltag" fragen umgekehrt. Das hängt von der Glasart ab. Eine Einstärkenbrille für den Bildschirm ist für das Buch zu schwach, sobald das Auge nicht mehr genug nachstellt; man hält das Buch dann weiter weg, als bequem ist. Ein Mehrstärken- oder Bildschirmgleitsichtglas enthält einen Lesebereich und taugt für Papier am Schreibtisch.

Für den Alltag ist die Bildschirmbrille nach der bayerischen Bekanntmachung ausdrücklich nicht gedacht. Bildschirmgleitsichtgläser bieten nach der Beschreibung der Dortmunder Feldstudie keine klare Sicht in die Ferne; ihr scharfer Bereich endet in mittlerer Entfernung. Zum Autofahren taugen sie damit nicht. Für den Heimweg braucht es eine andere Brille.

„Bildschirmbrille ohne sehstärke" steht ebenfalls in der Liste der Vorschläge. Gemeint sind Brillen ohne Korrektur; in der ausgezählten Suche tauchte eine solche Blaufilterbrille ohne Stärke auf. Für Menschen ohne Alterssichtigkeit und ohne Fehlsichtigkeit sind sie keine Bildschirmbrille im Sinne der Vorsorge, denn es gibt nichts zu korrigieren. Ob der Filter selbst etwas bringt, ist die Frage aus dem Abschnitt zum Blaufilter.

Wie diese Seite vorgegangen ist

Acht Quellen bilden die Grundlage, alle am 10. Oktober 2026 gelesen: die Arbeitsstättenregel ASR A6 und das Kapitel 7 der DGUV Information 215-410, beide in der Wiedergabe der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe, die bayerische Bildschirmbrillen-Bekanntmachung vom 25. September 2024, drei Studien der Dortmunder Gruppe um Jaschinski aus dem Jahr 2015, die spanische Studie von 2021 und die Übersichtsarbeit aus Birmingham von 2018. Im Wortlaut sind die Verordnungen zur arbeitsmedizinischen Vorsorge und über Arbeitsstätten bei gesetze-im-internet.de gelesen.

Auf eigener Rechnung beruhen die Altersgrenzen. Sie verbindet die Abstände aus Arbeitsstättenregel und Bekanntmachung mit den Akkommodationsformeln von Hofstetter und der Annahme, dass bequem nur die halbe Akkommodation genutzt wird. Tiefenschärfe, Fehlsichtigkeit und die tatsächliche Akkommodation des Einzelnen sind nicht eingerechnet. Ausgezählt sind 46 Fertiglesebrillen der ersten Ergebnisseite; Text in Bildern der Herstellerteile war nicht lesbar und ist nicht erfasst.

Wo die Bildschirmfrage in der Reihenfolge des Lesebrillenkaufs steht, zeigt die Entscheidungsreise zur Lesebrille im Cluster-Überblick.

Augen, Brillen oder Arbeitsplätze hat diese Seite nicht selbst gemessen. Wie das Portal Quellen und Zählungen allgemein behandelt, steht in der Darstellung der Methodik.

Stimmt eine Zahl oder Wiedergabe nicht, wird sie offen berichtigt. Wo, zeigt die Liste der Korrekturen.

Hinter dem Text steht der Fachbereich des Portals. Wer dort arbeitet und wie, steht auf der Seite des Fachbereichs Brillen & Style.

Was Sie beim Betriebsarzt oder Augenoptiker angeben und fragen

Eine Bildschirmbrille kann nur passen, wenn die Angaben stimmen, nach denen sie gefertigt wird. Vom Augenoptiker verlangt die bayerische Bekanntmachung, Refraktionswerte, Sehschärfe und den Nahzusatz für die kürzeste angegebene Entfernung zu bestimmen. Welche Entfernungen das sind, kann nur sagen, wer am Arbeitsplatz sitzt. Ausdrücklich rät die Übersichtsarbeit aus Birmingham Fachleuten, das Sehen auf den Abständen zu prüfen, auf denen der einzelne Patient seine Bildschirme nutzt. Diese Abstände muss man selbst mitbringen, und diese Fragen sollte man stellen.

Für den Termin

  • Abstand Auge–Bildschirm, Auge–Tastatur und Auge–Papier in Zentimetern.

    Gemessen wie in der Anleitung oben. Bei mehreren Bildschirmen jeden Abstand.

  • Bildschirmgröße, Höhe der Oberkante zur Augenhöhe, Zahl der Monitore.

    Für Gleitsicht- und Bildschirmgleitsichtgläser entscheidet die Höhe über die Kopfhaltung.

  • Tägliche Stunden am Bildschirm und Art der Arbeit.

    In der Dortmunder Befragung stiegen die Beschwerden mit der täglichen Bildschirmzeit.

  • Welche Beschwerden wann auftreten, nach der Diagnosetabelle.

    Vorbeugen, Nacken, unscharfes Papier, trockene Augen, Kopfweh, Spiegelungen: Jede deutet auf etwas anderes.

  • Frage: Reicht meine Alltagsbrille in Bildschirmdistanz, oder muss sie angepasst werden?

    Das ist nach der bayerischen Bekanntmachung der erste Prüfschritt vor jeder Bildschirmbrille.

  • Frage: Einstärken-, Mehrstärken- oder Bildschirmgleitsichtglas, und warum?

    Einstärkengläser sind vorzuziehen, wenn Nahzusatz und Akkommodation es erlauben.

  • Frage: Sind die Gläser entspiegelt, und für welche Entfernungen sind sie berechnet?

    Lassen Sie sich die Entfernungen notieren, damit sich später nachprüfen lässt, wofür die Brille gemacht ist.

  • Frage an den Betriebsarzt: Wird eine spezielle Sehhilfe für notwendig gehalten?

    Nur dann stellt der Arbeitgeber sie nach der Verordnung zur Verfügung und trägt die Kosten im erforderlichen Umfang.

Eine Angabe fehlt auf jeder Fertigbrille und muss deshalb erfragt werden: die Entfernung, für die die Brille gemacht ist. Kein einziges der 46 ausgezählten Angebote nennt sie. Beim Augenoptiker steht sie auf dem Auftrag, wenn man sie angibt. Wer mit dem gemessenen Abstand zum Termin geht, bekommt eine Brille für den eigenen Schreibtisch.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Lesebrille und Bildschirmbrille?

Der Abstand, für den sie gemacht sind. Eine Lesebrille stellt auf Buchabstand scharf, mit +2,5 Dioptrien auf 40 Zentimeter. Eine Bildschirmbrille ist für die Abstände des eigenen Arbeitsplatzes gefertigt, meist 50 bis 100 Zentimeter zum Monitor und rund 40 zur Tastatur, als Einstärken-, Mehrstärken- oder Bildschirmgleitsichtglas.

Kann ich meine Lesebrille als Bildschirmbrille nutzen?

Solange das Auge noch genug selbst nachstellt, oft ja. Nach der bayerischen Bildschirmbrillen-Bekanntmachung genügt sie, wenn sie zwischen Tastatur (ca. 40 cm) und Bildschirm (ca. 50 bis 80 cm) scharfes Sehen ermöglicht. Nach der Rechnung dieser Seite endet das bei 70 Zentimetern Bildschirmabstand etwa zwischen 51 und 54 Jahren.

Wie weit soll der Bildschirm entfernt sein?

Mindestens 50 Zentimeter nach der Arbeitsstättenregel ASR A6. Soll der ganze Inhalt ohne Kopfbewegung erfasst werden, nennt sie je nach Diagonale 50 Zentimeter für 13 Zoll bis einen Meter für 24 Zoll, als Faustformel Diagonale mal 1,6.

Muss der Arbeitgeber eine Bildschirmbrille bezahlen?

Wenn die arbeitsmedizinische Vorsorge ergibt, dass eine spezielle Sehhilfe notwendig ist und normale Sehhilfen wie Lese-, Fern- oder Gleitsichtbrille nicht genügen. Dann stellt der Arbeitgeber sie nach der ArbMedVV im erforderlichen Umfang zur Verfügung. Das Alter allein begründet keinen Anspruch.

Wie oft wird die Vorsorge für Bildschirmarbeit angeboten?

Die erste innerhalb von drei Monaten vor Beginn der Tätigkeit, die zweite innerhalb von zwölf Monaten danach, jede weitere spätestens 36 Monate nach der vorigen. Bei Sehbeschwerden, die mit der Arbeit zusammenhängen können, muss der Arbeitgeber sie unverzüglich anbieten.

Taugt eine Gleitsichtbrille für den Bildschirm?

Nur eingeschränkt. Universalgleitsichtgläser erfüllen nach der bayerischen Bekanntmachung grundsätzlich nicht die Anforderungen an eine Bildschirmbrille. In Studien hielten Gleitsichtträger den Kopf am Monitor höher; mit Arbeitsplatzgläsern sanken die Beschwerden in einer spanischen Studie von 68 auf 19 Prozent, mit Gleitsicht auf 33 Prozent.

Hilft ein Blaufilter bei der Bildschirmarbeit?

Für die typischen Beschwerden kaum. Er ändert nichts am Abstand, auf den die Brille scharf stellt, nichts an der Kopfhaltung und nichts am seltenen Lidschlag. Eine Übersichtsarbeit von 2018 nennt die Ergebnisse zu Blaufiltergläsern gemischt.

Warum brennen meine Augen am Bildschirm?

Oft wegen trockener Augen: Bei der Arbeit am Computer blinzelt man seltener, in einer Studie 3,6 statt 18,4 Mal pro Minute. Eine Brille ändert daran wenig. Helfen können regelmäßige Pausen und Blickwechsel in die Ferne; halten die Beschwerden an, gehören sie in eine Augenarztpraxis.

Quellen

  1. [1]Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A6 „Bildschirmarbeit", Abschnitt 6 (Wiedergabe BGN)· abgerufen 2026-10-10
  2. [2]DGUV Information 215-410 „Bildschirm- und Büroarbeitsplätze", Kapitel 7: Vorsorge (Wiedergabe BGN)· abgerufen 2026-10-10
  3. [3]Bayerisches Ministerialblatt 2024 Nr. 455: Hinweise zur Beschaffung von speziellen Sehhilfen am Bildschirmarbeitsplatz (HBSBBek)· abgerufen 2026-10-10
  4. [4]Jaschinski W et al.: Computer vision syndrome in presbyopia and beginning presbyopia: effects of spectacle lens type, Clinical and Experimental Optometry 2015· abgerufen 2026-10-10
  5. [5]Jaschinski W et al.: Comparison of progressive addition lenses for general purpose and for computer vision: an office field study, Clinical and Experimental Optometry 2015· abgerufen 2026-10-10
  6. [6]König M, Haensel C, Jaschinski W: How to place the computer monitor: measurements of vertical zones of clear vision with presbyopic corrections, Clinical and Experimental Optometry 2015· abgerufen 2026-10-10
  7. [7]Sánchez-Brau M et al.: Computer vision syndrome in presbyopic digital device workers and progressive lens design, Ophthalmic and Physiological Optics 2021· abgerufen 2026-10-10
  8. [8]Sheppard AL, Wolffsohn JS: Digital eye strain: prevalence, measurement and amelioration, BMJ Open Ophthalmology 2018· abgerufen 2026-10-10

Welche Quellenarten wie gewichtet werden, steht auf Quellen.

Änderungen an diesem Beitrag

  1. 2026-10-10Querverweise auf die neuen Seiten des Clusters ergänzt (Fertiglesebrille oder Optiker, Lesebrille am Bildschirm, Cluster-Überblick).
  2. 2026-10-10Ersterstellung. Diagnosetabelle der Beschwerden am Bildschirm, Sehabstände nach ASR A6, eigene Kipprechnung nach Alter und Bildschirmabstand, 46 Fertiglesebrillen aus der Suche „lesebrille computer" ausgezählt, Anspruch nach ArbMedVV.

Das Veröffentlichungsdatum bleibt bei Korrekturen unverändert. Wie mit Fehlern umgegangen wird, steht auf Korrekturen.