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Ratgeber

Schmuck vor Anlaufen schützen: was 925 zusagt und was Museen tun

Der Stempel 925 sagt nichts über das Anlaufen. Was Silber, Gold, Messing und Edelstahl angreift und wie das kanadische Konservierungsinstitut Silber lagert.

Veröffentlicht
2026-10-31
Zuletzt geändert
geändert 2026-10-31
Zuletzt geprüft
geprüft 2026-10-31

Worum es hier geht

Für wen
Für alle, deren Silber-, Gold- oder Messingschmuck dunkel wird, und für alle, die das verhindern wollen, bevor es passiert.
Beantwortete Frage
Woran liegt das Anlaufen, welcher Werkstoff ist wie empfindlich, und was hilft bei der Aufbewahrung tatsächlich?
Nicht behandelt
Perlen, Edelsteine und organische Materialien, die eigene Regeln haben; die Reinigung durch eine Werkstatt.

925 im Stempel: was das Feingehaltsgesetz zusagt und was nicht

Auf einem Silberring steht oft 925. Grundlage der Zahl ist das Feingehaltsgesetz von 1884, das bis heute gilt. Es erlaubt, Schmucksachen aus Gold und Silber in jedem Feingehalt zu stempeln, wenn er in Tausendteilen angegeben wird. 925 heißt also 925 Tausendteile Silber, mit einer Fehlergrenze von zehn Tausendteilen, gemessen am ganzen eingeschmolzenen Stück.

Mehr sagt das Gesetz nicht. Woraus die übrigen 75 Tausendteile bestehen, regelt es nicht, und über das Anlaufen schweigt es ganz. Ein Stempel ist eine Zusage über den Silbergehalt, keine über die Haltbarkeit der Oberfläche. Sind Stücke mit anderen Metallen ausgefüllt, darf nach dem Gesetz gar kein Feingehalt darauf stehen.

Dasselbe Gesetz nennt Uhrgehäuse eigens beim Namen; was daraus für vergoldete Uhren folgt, zeigt der Vergleich vergoldeter Damenuhren am Maßstab des Feingehaltsgesetzes.

Warum Silber dunkel wird: Schwefel in der Luft

Das Dunkle auf Silber ist Silbersulfid. Es entsteht, wenn Silber mit schwefelhaltigen Gasen reagiert, vor allem mit Schwefelwasserstoff. So beschreibt es das Canadian Conservation Institute, die Konservierungsstelle der kanadischen Regierung, in seiner Notiz 9/7 zur Pflege von Silber.

Wie wenig dafür nötig ist, steht im Leitfaden desselben Instituts zu Metallobjekten von 2020. Silber, das einer Konzentration von nur 0,1 Mikrogramm Schwefelwasserstoff je Kubikmeter Luft ausgesetzt ist, läuft typischerweise innerhalb eines Jahres an. Diese Menge ist in Innenräumen üblich und liegt unter der Schwelle, ab der man das Gas riechen würde.

Ihre Farbe folgt der Dicke der Schicht. Anfangs schimmert sie golden, blau oder violett, mit der Zeit wird sie zu einer dichten schwarzen Lage. Wer Silber also schon leicht gelblich sieht, sieht den Anfang.

Woher der Schwefel kommt: Gummi, Wolle, Eier, Menschen

Der Leitfaden listet die Quellen in Innenräumen auf: Menschen, bestimmte Lebensmittel wie Eier und Mayonnaise, Gummi, tierische Leime, manche Modelliermassen und manche Farben. Bei Carbonylsulfid, einem weiteren Schwefelgas, nennt er sich zersetzende Wolle, in Sonnenlicht deutlich mehr als im Dunkeln.

Die Notiz 9/2 zur Lagerung von Metallen fasst es für Silber so: Gummi, ob natürlich oder synthetisch, etwa in Dichtringen und Latexhandschuhen, manche Farben und manche Textilien wie Wolle oder Filz können Schwefelgase abgeben. Weil sich die Quelle schwer finden lässt, empfiehlt das Institut geschlossene und möglichst dichte Behälter.

Im Alltag heißt das: Ein Gummiband um ein Schmuckpäckchen, ein Filzbeutel oder eine Schale mit Wolle sind keine gute Nachbarschaft für Silber. Ebenso wenig die Küche und das Frühstücksei.

Luftfeuchte: ab welchem Wert Metall schneller angreift

Eine Schwelle nennt der Leitfaden für Metalle allgemein: Oberhalb von 65 Prozent relativer Luftfeuchte liegt auf den meisten sauberen Metalloberflächen so viel Wasser, dass die Korrosion deutlich schneller läuft. Bei 40 bis 55 Prozent zeigen die meisten Metalle keine unmittelbaren Probleme, trocken unter 30 Prozent ist ideal.

Bei Silber ist die Feuchte aber nicht der Hauptgrund. Laut Notiz zur Lagerung tritt bei 55 Prozent oder weniger an den meisten stabilen Metallen keine Korrosion auf, bestimmte Schadstoffe lassen Silber aber trotzdem anlaufen. Trockene Luft bremst, schützt allein aber nicht.

Wer Schmuck im Bad aufbewahrt, setzt ihn dagegen regelmäßig hoher Feuchte aus. Zusammen mit Kosmetik und Fensterreinigern, die laut Leitfaden Ammoniak abgeben können, ist das ein ungünstiger Ort.

Sterlingsilber: Silber und Kupfer, beide reagieren

Das kanadische Institut nennt Sterlingsilber ausdrücklich eine Legierung aus Silber und Kupfer. Beide Metalle reagieren mit Schwefelgasen, Kupfer bei Schwefelwasserstoff ab 1 Mikrogramm je Kubikmeter, Silber schon ab 0,1. Ein Stück mit dem Stempel 925 ist also kein reines Silber, und es läuft an wie Silber.

Wichtig wird der Kupferanteil beim Putzen. Viele handelsübliche Silberpolituren enthalten laut Notiz 9/7 Ammoniak, und Ammoniak löst Kupfer aus Sterlingsilber. Bleiben Reste der Politur in Vertiefungen, reagiert das gelöste Kupfer weiter und färbt die Reste grün.

Versilbert: eine dünne Schicht über einem anderen Metall

Versilberter Schmuck hat eine Silberschicht über einem Kern aus einem anderen Metall. Das Feingehaltsgesetz nimmt versilberte Bestecke und Tafelgeräte, die die Menge des niedergeschlagenen Feinsilbers mit einem Zahlenstempel angeben, ausdrücklich von seinen Verboten aus. Versilberter Schmuck hat keine solche Regel.

Das kanadische Institut warnt: Bei versilberten Stücken kann jede Methode, das Anlaufen zu entfernen, sehr schädlich sein. Eine Politur trägt mit dem Sulfid auch Silber ab, und bei einer dünnen Schicht ist irgendwann der Kern zu sehen. Solange die Schicht dagegen geschlossen bleibt, schützt sie das Metall darunter, so der Leitfaden.

Daraus folgt eine einfache Reihenfolge. Bei versilbertem Schmuck lohnt Vorbeugen mehr als bei jedem anderen Werkstoff, weil jedes Putzen von der Substanz lebt.

Gold: rein beständig, als Legierung nicht ganz

Reines Gold korrodiert nicht, schreibt das Institut, Goldlegierungen dagegen schon. Enthält eine Legierung Silber und Kupfer, dunkeln diese Anteile in Gegenwart von Schwefelgasen nach. Ein Ring mit niedrigem Feingehalt kann also eine Spur anlaufen, ein hochkarätiger kaum.

Den Feingehalt verrät auch hier der Stempel in Tausendteilen. Je höher die Zahl, desto weniger Raum bleibt für die Metalle, die anlaufen. Eine Zahl dafür, ab welchem Feingehalt nichts mehr geschieht, nennt der Leitfaden nicht.

Vergoldet auf Silber: wenn das Dunkle über das Gold kriecht

Viele goldene Stücke sind nur vergoldet. Liegt die Vergoldung auf Silber, kann das Anlaufen des Silbers über die vergoldete Fläche kriechen, so beschreibt es der Leitfaden für teilweise vergoldetes Silber. Eine Silberpolitur hilft dann nicht weiter, denn Polituren beschädigen Vergoldungen, warnt die Notiz 9/7.

Wie lange eine Vergoldung überhaupt hält, hängt vor allem an ihrer Dicke, und die steht bei Schmuck selten dabei. Was dazu bekannt ist, ordnet der Ratgeber zu Schichtdicke und Abrieb von Vergoldungen.

Messing und Kupfer: Patina, Grünspan und was Fette anrichten

Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink. Es läuft an, wenn Luft mit etwas Feuchte und Schadstoffen wie Schwefelwasserstoff darauf trifft, und wird dunkler als poliertes Messing. Der Leitfaden nennt diese dünne Schicht eine stabile Patina.

Grün wird es durch etwas anderes. Kupfer und seine Legierungen reagieren mit Säuren aus Fetten, Ölen und Wachsen, der Leitfaden nennt Bienenwachs, Lanolin und Leinöl. Es entstehen wachsige grüne Kupferseifen. Cremes und Hautfett an Messing können den grünen Belag also fördern. Außerdem greifen Ammoniak, Säuren, starke Laugen, Chloride und Schwefelgase Kupferlegierungen an, so die Notiz zur Lagerung.

Messingschmuck gehört deshalb nach dem Tragen kurz abgewischt und getrennt von Silber in einen Beutel. Wer ihn mit Lack schützen will, liest unten, warum das bei Silber schwierig ist.

Edelstahl und Nickel: warum sie kaum anlaufen

Edelstahl der Sorte 304 steht im passiven Zustand in der Spannungsreihe, die der Leitfaden abdruckt, gleich hinter Platin und noch vor Silber. Je edler ein Metall dort steht, desto weniger neigt es zur Korrosion. Edelstahl läuft deshalb unter normalen Bedingungen kaum an.

Nickel ist laut Leitfaden in Innenräumen lange beständig und wird nur allmählich matter, besonders bei hoher Luftfeuchte. Draußen, mit Schwefelgasen und Chloriden, beschlägt es grünlich. Mit der Haut ist Nickel ein anderes Thema; warum Edelstahl nicht automatisch nickelfrei ist, erklärt der Ratgeber zu Nickel in Uhrgehäusen und Armbändern.

Sechs Werkstoffe und was sie zum Anlaufen bringt

Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die drei Veröffentlichungen des kanadischen Instituts zu den Werkstoffen sagen, die im Schmuck am häufigsten vorkommen.

Werkstoffe im Schmuck und ihr Verhalten, nach den Veröffentlichungen des Canadian Conservation Institute
WerkstoffWas angreiftWie es aussiehtWorauf achten
Silber, SterlingsilberSchwefelgase, schon in geringer Mengegolden, blau, violett, dann schwarzdicht verpacken, Polituren mit Ammoniak meiden
versilbertwie Silberwie Silber, später Kern sichtbarvorbeugen statt putzen
Gold, legiertSchwefelgase an Silber- und Kupferanteilleicht dunklerje höher der Feingehalt, desto weniger
vergoldet auf Silberwie SilberAnlaufen kriecht über das Goldkeine Silberpolitur auf Vergoldung
Messing, KupferSchwefelgase, Fette, Ammoniak, Säurendunkle Patina, grüne Belägeabwischen, getrennt lagern
Edelstahl, Nickelkaum; Nickel draußen durch Schadstoffeallmählich matterwenig zu tun

Ein Beutel aus Polyethylen je Stück: die einfachste Regel

Die wirksamste Maßnahme ist zugleich die einfachste. Die Notiz 9/7 empfiehlt, jedes Silberstück einzeln in einen Beutel aus Polyethylen zu legen und ihn zu verschließen, mit Klebeband, Heißsiegel oder als Beutel mit Druckverschluss. Ein Gefrierbeutel aus Polyethylen erfüllt das.

Dazu rät das Institut, jedes Stück in säurefreies, ungepuffertes Seidenpapier zu wickeln. Es ist schwefelfrei, dämpft Feuchteschwankungen und verhindert, dass schädliche Stoffe aus der Umgebung das Silber erreichen. Bei Schmuck genügt ein kleines Stück davon um die Kette, dann kommt alles in den Beutel.

Einzeln ist dabei wörtlich gemeint. Zwei Ketten im selben Beutel verhaken sich, und ein Messinganhänger neben einem Silberring bringt zwei Metalle in Kontakt, was die Notiz zur Lagerung als Ursache galvanischer Korrosion nennt.

Kieselgel, Aktivkohle, Silbertuch: was in den Beutel gehört

Zusätzlichen Schutz bringen laut Notiz 9/7 kleine Behälter mit getrocknetem Kieselgel und Aktivkohle im Beutel. Das Kieselgel hält die Luft trocken, die Aktivkohle nimmt Schwefelgase auf. Vitrinen schützt das Institut mit derselben Kombination.

Statt dessen kann man Silber vor dem Einpacken in ein Anlaufschutztuch wickeln. Am wirksamsten sind nach der Notiz Tücher, in die feinste Silberteilchen eingearbeitet sind, weil die Schwefelgase mit dem Silber im Tuch reagieren, bevor sie das Stück erreichen. Tücher mit Metallsalzen wirken laut Institut schwächer.

Kieselgel braucht Pflege. Regelmäßig prüfen und neu trocknen verlangt die Notiz zur Lagerung; ein Beutel mit längst gesättigtem Kieselgel schützt nicht mehr vor Feuchte.

Anlaufschutz-Streifen: was der Handel dazu sagt

Im Handel verbreitet sind Streifen, die man ins Kästchen legt. Stackers, ein Hersteller von Schmuckboxen, empfiehlt auf seiner Hilfeseite ein bis zwei Streifen je Ebene, ungefähr vierteljährlich gewechselt, verkauft im Pack zu 36. Sie sollen das Anlaufen verlangsamen.

Wie die Streifen wirken und was sie aufnehmen, steht dort nicht. Auch einen Beleg, um wie viel sie das Anlaufen verlangsamen, nennt die Seite nicht. Ehrlich ist Stackers an anderer Stelle: Die eigenen Boxen haben ausdrücklich keine Auskleidung gegen das Anlaufen.

Holz, Filz, Farbe: woraus der Behälter nicht sein sollte

Auch der Behälter kann schaden. Die Notiz zur Lagerung rät, Holz und Holzstoffprodukte zu meiden, weil sie Schwefelverbindungen und organische Säuren abgeben, dazu Öl- und Alkydfarben. Geschlossene Schränke schützen vor Staub und Schadstoffen, haben aber einen Haken: Darin sammeln sich flüchtige Stoffe aus dem Material selbst langsam an.

Museen prüfen Materialien deshalb, bevor sie mit Silber in Berührung kommen, mit dem Oddy-Test. In den Protokollen der amerikanischen Restauratorenvereinigung AIC dient Flanell aus reiner Wolle als Beispiel für ein ungeeignetes Material. Für die Schmuckkästchen, die hier verglichen wurden, nennt kein Anbieter ein solches Verfahren, und welche Faser das Futter hat, sagt keiner, wie die Belegprüfung von fünf Schmuckkästchen und ihrem Futter zeigt.

Praktisch bedeutet das: Ein schönes Kästchen aus Holz oder MDF mit unbekanntem Samt ist für Silber kein Schutz, sondern im ungünstigen Fall eine Quelle. Der Polyethylenbeutel im Kästchen trennt beides.

Offen auf dem Ständer: Staub hält Feuchte und Schadstoffe

Staub, der sich auf Metall setzt, hält Feuchtigkeit, schreibt das Institut. In Städten kann er Schwefelverbindungen enthalten, die Silber anlaufen lassen, und Chloride, die Korrosion beschleunigen. Ein offener Ständer ist deshalb für Silber, das selten getragen wird, die ungünstigste Lösung.

Für Ketten, die täglich wechseln, ist er trotzdem praktisch, weil sie oft genug getragen und dabei abgewischt werden. Welche Ständer lange Ketten überhaupt frei hängen lassen, rechnet der Vergleich von fünf Schmuckständern nach ihrer Höhe vor.

Anfassen: Fingerabdrücke, Latex und Baumwolle

Salze und Öle der Haut hinterlassen auf Silber Fingerabdrücke. Das Kochsalz darin bildet laut Leitfaden mit Silber Silberchlorid, das lichtempfindlich ist und mit der Zeit nachdunkelt. Museen fassen Silber deshalb mit sauberen Baumwollhandschuhen an.

Latexhandschuhe sind keine gute Idee, warnt die Notiz zur Lagerung, weil der Schwefel aus dem Gummi Silber auf Dauer anlaufen lässt. Für Schmuck, der getragen wird, sind Handschuhe übertrieben. Ein weiches, trockenes Tuch nach dem Tragen nimmt Hautfett und Salz wieder ab.

Wenn es schon dunkel ist: Tuch, Paste, Bad und was sie abtragen

Bei leichtem Anlaufen empfiehlt die Notiz 9/7 Silberputztücher. Sie enthalten ein Schleifmittel, aber in geringerer Menge als Pasten und Schäume, und sind deshalb schonend. Als selbst gemachte Politur nennt das Institut gefällte Kreide, mit Wasser zu einer dicken Paste angerührt. Gemahlene Kreide oder Schlämmkreide dagegen hinterlässt gröbere Kratzer.

Vorsicht ist bei Polituren mit Anlaufschutz geboten. Solche Hemmstoffe bremsen das Anlaufen für kurze Zeit, danach läuft das Silber schnell und ungleichmäßig an. Tauchbäder lösen das Sulfid mit Säure, greifen aber Holz, Niello und manches andere an; das Institut rät, sie nur punktuell mit einem Wattestäbchen aufzutragen und gut zu spülen.

Die dritte Methode ist elektrochemisch: Silber in Kontakt mit Aluminium in warmer Sodalösung. Das Sulfid wird dabei zu Silber zurückverwandelt, die Oberfläche bleibt aber matt und muss nachpoliert werden. Für Stücke mit verschlossenen Hohlräumen taugt kein Verfahren mit Eintauchen. Und für versilberten Schmuck gilt die Warnung von oben.

Lack und Wachs auf Silber: warum Konservatoren abraten

Ein Lack hält Schwefel vom Silber fern, solange er geschlossen ist. Genau das ist das Problem. Die Notiz 9/7 rät von Lack und Wachs auf Silber ab, weil eine gleichmäßige Schicht schwer zu erreichen ist. Bleiben Streifen oder kleine Löcher, kann das spätere Anlaufen schlimmer aussehen als ganz ohne Überzug.

Am Körper, wo Schmuck reibt, ist das noch heikler als in einer Vitrine. Ist gekaufter Schmuck schon lackiert, trägt eine Politur den Lack an manchen Stellen ab und an anderen nicht, und genau so entsteht das ungleichmäßige Bild.

Unterwegs und im Bad: kurze Zeiten, große Wirkung

Auf Reisen kommen mehrere Ursachen zusammen: Feuchte im Bad, Kosmetik, Sonnencreme, Hotelseife. Ein kleiner Polyethylenbeutel je Stück im Etui löst das mit wenig Platz. Welche Etuis Ketten einzeln halten, zeigt der Vergleich von fünf Schmuck-Reiseetuis an fünf Reisefällen.

Eine Uhr gehört dabei nicht zwischen den Silberschmuck, schon wegen der Kratzer. Etuis, die sie getrennt polstern, ordnet der Vergleich von Etuis, die eine Uhr getrennt vom Schmuck transportieren.

Die offene Frage: woraus das Futter ist und wie man es selbst prüft

Was der Markt nicht beantwortet, ist die Frage nach dem Material, das direkt am Schmuck liegt. Samt, Velours, Filz und Plüsch stehen auf den Produktseiten, eine Faser fast nie, eine Prüfung nie. Ob ein Kästchen Silber guttut oder schadet, lässt sich daraus nicht ablesen.

Selbst prüfen lässt es sich nur grob. Ein frisch geputztes Stück Silber kommt mit einer Probe des Futters in ein dichtes Glas, ein zweites Stück ohne Futter in ein zweites Glas. Beide stehen einige Wochen nebeneinander. Läuft das Silber neben dem Futter deutlich schneller an, ist das ein Hinweis. Ein Oddy-Test ist das nicht, denn der arbeitet mit Wärme, Feuchte und genormten Metallplättchen; unbedenklich macht ein unauffälliges Ergebnis das Futter also nicht.

Zwei Fragen aus den Suchvorschlägen bleiben ganz ohne Beleg. Ob rhodiniertes Silber anläuft, behandelt keine der hier genutzten Quellen, denn Rhodium kommt darin nicht vor. Und Alufolie taucht nur im Sodabad auf, als Metall, das die Rückverwandlung antreibt, nicht als Verpackung. Ob Silber in Alufolie besser liegt als in Polyethylen, sagt niemand.

Sicherer ist der Umweg, der keine Antwort braucht: Silber in einem eigenen Polyethylenbeutel, gleich in welchem Kästchen. Dann spielt das Futter keine Rolle mehr.

Wie dieses Portal Museumsquellen, Gesetzestexte und Herstellerangaben gegeneinander abwägt, erläutert die Darstellung, welche Quellen hier wie viel zählen.

Erscheint eine neue Fassung der Notizen oder ändern Hersteller ihre Angaben, wird der Ratgeber angepasst und das im Register der Änderungen und Richtigstellungen festgehalten.

Wer den Beitrag verantwortet, steht in der Übersicht zum Fachbereich, der Uhren und Schmuck betreut.

Häufige Fragen

Warum läuft Silberschmuck an?

Weil Silber mit schwefelhaltigen Gasen aus der Luft reagiert, vor allem mit Schwefelwasserstoff. Es bildet sich schwarzes Silbersulfid. Nach dem Canadian Conservation Institute genügt eine in Innenräumen übliche Konzentration, damit Silber innerhalb eines Jahres anläuft.

Wie bewahrt man Silberschmuck auf, damit er nicht anläuft?

Jedes Stück einzeln in einem verschlossenen Beutel aus Polyethylen, eingewickelt in säurefreies, ungepuffertes Seidenpapier. Zusätzlich helfen kleine Behälter mit getrocknetem Kieselgel und Aktivkohle im Beutel oder ein Tuch mit eingearbeiteten Silberteilchen.

Läuft 925er Silber an?

Ja. 925 bedeutet nach dem Feingehaltsgesetz 925 Tausendteile Silber; Sterlingsilber ist eine Legierung aus Silber und Kupfer, und beide Metalle reagieren mit Schwefelgasen. Der Stempel sagt nichts darüber, wie schnell ein Stück anläuft.

Läuft Edelstahlschmuck an?

Kaum. Passiver Edelstahl steht in der Spannungsreihe, die das Canadian Conservation Institute abdruckt, direkt hinter Platin und vor Silber, ist also sehr edel. Für die Haut kann Nickel im Edelstahl trotzdem ein Thema sein.

Warum wird Messingschmuck grün?

Kupfer und seine Legierungen bilden mit Säuren aus Fetten, Ölen und Wachsen grüne Kupferseifen; dazu greifen Ammoniak, Säuren, Laugen, Chloride und Schwefelgase sie an. Nach dem Tragen abwischen und getrennt von Silber lagern hilft.

Helfen Anlaufschutz-Streifen?

Der Boxenhersteller Stackers empfiehlt ein bis zwei Streifen je Ebene, etwa alle drei Monate erneuert, und sagt, sie verlangsamten das Anlaufen. Wie sie wirken, steht nicht dabei. Belegt aus der Museumspraxis sind dagegen Aktivkohle und Tücher mit Silberteilchen.

Sollte man Silberschmuck lackieren?

Das Canadian Conservation Institute rät bei Silber von Lack und Wachs ab, weil eine gleichmäßige Schicht schwer zu erreichen ist. Bleiben Streifen oder Löcher, sieht das spätere Anlaufen schlimmer aus als ohne Überzug.

Quellen

  1. [1]Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (FeinGehG), gesetze-im-internet.de· abgerufen 2026-10-31
  2. [2]Canadian Conservation Institute, CCI Notes 9/7: Silver – Care and Tarnish Removal (überarbeitet 2007)· abgerufen 2026-10-31
  3. [3]Canadian Conservation Institute, CCI Notes 9/2: Storage of Metals (überarbeitet 2007)· abgerufen 2026-10-31
  4. [4]Canadian Conservation Institute, Caring for metal objects: Preventive Conservation Guidelines for Collections (2020)· abgerufen 2026-10-31
  5. [5]AIC Conservation Wiki, Oddy Test Protocols: Prüfung von Materialien auf Korrosion an Silber, Kupfer und Blei· abgerufen 2026-10-31
  6. [6]Stackers Help Centre, Are your jewellery boxes made with anti-tarnish lining? (13.08.2026)· abgerufen 2026-10-31

Welche Quellenarten wie gewichtet werden, steht auf Quellen.

Änderungen an diesem Beitrag

  1. 2026-10-31Ersterstellung. Feingehaltsgesetz, drei Veröffentlichungen des Canadian Conservation Institute (Notizen 9/2 und 9/7, Leitfaden zu Metallobjekten), die Oddy-Test-Protokolle der AIC und die Angaben von Stackers zu Anlaufschutz-Streifen ausgewertet.

Das Veröffentlichungsdatum bleibt bei Korrekturen unverändert. Wie mit Fehlern umgegangen wird, steht auf Korrekturen.